Uprising (Muse Cover): Nur artige Sklaven wählen ihre Herrscher

Am 24.09.2017 veröffentlicht

Prinzessinnen-Prozess wirft Licht auf moderne Sklaverei der Möchtegern-Elite

Sie schuften im Verborgenen, bekommen keinen Lohn, sind ohne gültige Papiere: Millionen Menschen werden weltweit ausgebeutet – auch mitten in Europa. Ein Prozess in Brüssel beleuchtet dieses dunkle Kapitel der modernen Arbeitswelt.

Sie hatten die gesamte Etage eines Luxushotels gemietet, lebten dort wie Prinzessinnen aus dem Morgenland – und sollen mehr als 20 Dienstboten wie Sklaven gehalten haben: Die Witwe eines Scheichs und ihre sieben Töchter müssen sich seit Donnerstag vor einem Gericht in Brüssel verantworten. Die Anklage wirft ihnen Menschenhandel, Freiheitsberaubung sowie unmenschliche und erniedrigende Behandlung ihrer Opfer vor.

Mit mädchenhafter Stimme erzählt eine Zeugin am ersten Prozesstag, wie sie nach Abu Dhabi gelockt wurde. «Dort hat man mir meinen Pass abgenommen», sagt die junge Frau, die später im Tross der reichen Scheichfamilie nach Brüssel kam. Dort, so schildern es die Anwälte der Betroffenen, hätten die Köche, Dienst- und Kindermädchen für ihre Herrschaft schuften müssen.

Rund um die Uhr, sieben Tage die Woche. «Unser Schlaf hing von ihrem Schlaf ab», gab eine Frau zu Protokoll – die Dienstmädchen hätten auf Matratzen vor den Zimmern der Prinzessinnen auf deren Befehle warten müssen.

Eingesperrt, zusammengepfercht, ohne Lohn, als «Kühe, Hündinnen und Huren» beschimpft: «Die Arbeitsbedingungen verstiessen gegen die Menschenwürde», erklärt der Anwalt Philippe Mortiaux.

Deshalb fordere die Nebenklage 2500 Euro Schadenersatz für jedes Opfer – und sechsstellige Euro-Beträge für ausstehendes Gehalt wären auch fällig; in einem Fall gut 467 000 Euro, berechnet nach belgischem Recht für monatelangen 24-Stunden-Dauerdienst.
Die Angeklagten hatten die Zimmerflucht im vierten Stock gleich auf Jahresbasis gemietet – eine Prinzessin, so heisst es, habe sich in Brüssel einer Fruchtbarkeitsbehandlung unterzogen. Die Prinzessinnen, deren Verteidiger an diesem Freitag zu Wort kommen sollen, hatten die Vorwürfe schon vorab zurückweisen lassen.

Doch die Beschuldigungen wogen so schwer, dass es nach jahrelangem juristischem Hin und Her doch noch zum Prozess kam. Und das auch nur, weil verzweifelte Dienstmädchen trotz strenger Bewachung aus dem Luxushotel fliehen konnten und sich an die Behörden wandten (Opfer unserer Konsumgesellschaft: Unsichtbare Hände – Sklaverei heute (Videos)).

Ihr Schicksal hatte 2008 über Belgien hinaus Aufsehen erregt, ist aber beileibe kein Einzelfall. Fast 21 Millionen Menschen sind nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) weltweit Opfer moderner Sklaverei, darunter 11,4 Millionen Frauen und Mädchen.

19 Millionen würden von Privatleuten oder Unternehmen zu Arbeiten im Haushalt, in der Landwirtschaft, in Fabriken und auf Baustellen oder zur Unterhaltung gezwungen. Fast ein Viertel dieser 19 Millionen wiederum werde sexuell ausgebeutet.

Selten erfährt eine grössere Öffentlichkeit etwas vom Schicksal dieser Sklavenarmee. Mal landet ein britischer Rentner vor Gericht, der ein behindertes Mädchen aus Pakistan zehn Jahre lang zu erzwungenem Sex und Hausarbeit im Keller gefangen hielt.

Mal verurteilen Richter in London einen Prinzen aus Saudi-Arabien wegen Mordes an seinem Diener zu lebenslanger Haft. Ein andermal findet ein Arzt 23 Nägel im Körper einer Frau aus Sri Lanka, die ihre saudischen Arbeitgeber ihr bei jeder Klage über unmenschliche Arbeitsbedingungen ins Fleisch rammten: «Teufel ohne einen Funken Mitleid» seien ihre Peiniger gewesen, sagte das ehemalige Dienstmädchen laut «Arab News».

Die wenigen bekannt gewordenen Fälle beschränken sich nicht auf ferne Länder: «Seit vier Jahren war ich nicht beim Arzt, ich durfte nie allein raus, ich habe immer nur gearbeitet, ich habe keinen Lohn bekommen», erzählte eine 52-Jährige aus Ghana im vergangenen Jahr von ihrem Dasein in einem Berliner Diplomatenhaushalt (Die pädophilen Machenschaften der Eliten in Europa (Videos)).

Sie fand Hilfe in einer Beratungsstelle gegen Menschenhandel. Und 2013 erstritt eine damals 33-jährige Indonesierin vor Gericht 35’000 Euro für 19 Monate sklavenähnliche Tätigkeit als Haushaltshilfe eines arabischen Attachés in Berlin; der Prozess war erst möglich geworden, als der Mann ausreiste und damit seine Immunität als Diplomat verlor.

Die acht Prinzessinnen aus dem Brüsseler Luxushotel wähnten sich nach Ansicht der Nebenklage «über dem Gesetz».

Sie kamen auch nicht zum Prozess, was nach belgischem Recht möglich ist. «Es wäre für die Opfer extrem wichtig gewesen, wenn die Angeklagten hier erschienen wären», meinte Anwalt Mortiaux.

Immerhin könnte das Urteil in einigen Wochen als Warnung an alle skrupellosen Arbeitgeber dienen.

https://www.pravda-tv.com/2017/05/prinzessinnen-prozess-wirft-licht-auf-moderne-sklaverei-der-moechtegern-elite/

Denkbar mehr: Weltweit gibt es 45 Millionen Sklaven

Weltweit leben mehr als 45 Millionen Menschen als Sklaven. Zu diesem Ergebnis kommt die australische Stiftung „Walk Free“ in ihrer am Dienstag vorgestellten Studie „Global Slavery Index“.

Zwei Drittel dieser modernen Sklaven werden demnach im asiatisch-pazifischen Raum ausgebeutet, die meisten davon in Indien. Etwa 18 Millionen Menschen werden in dem Land als Haushaltshilfen, Bettler, Sexarbeiter oder Kindersoldaten festgehalten. Viele der Betroffenen sind zudem so genannte Schuldarbeiter, die zur Tilgung von Krediten zur Zwangsarbeit genötigt werden.

Mit 3,4 Millionen Menschen in Sklaverei belegt China den zweiten Platz bei den absoluten Zahlen. Dahinter folgen Pakistan mit 2,1 Millionen sowie Bangladesch und Usbekistan mit 1,5 und 1,2 Millionen. Deutschland steht mit 14.500 Betroffenen auf dem 117. Platz.

Nahezu jeder 20. Nordkoreaner lebt als Sklave

Gemessen an der Bevölkerung hat Nordkorea die meisten Sklaven. Die Stiftung schätzt, dass 1,1 Millionen von 25 Millionen Nordkoreanern in Sklaverei leben. Das entspreche 4,4 Prozent der Gesamtbevölkerung. „Obwohl Daten aus dem Land schwer zu belegen sind, gibt es überzeugende Beweise dafür, dass es staatlich verordnete Zwangsarbeit gibt“, heißt es in der Studie.

Informationen aus 167 Ländern zusammengetragen

Die Stiftung wertete für ihre Studie Informationen aus 167 Ländern aus und führte 42.000 Interviews in 53 Sprachen. Beim letzten Slavery Index vor zwei Jahren hatten die Autoren noch zehn Millionen Sklaven weniger gezählt. Den Anstieg führten sie jedoch vor allem auf bessere Recherchebedingungen und ausgefeiltere wissenschaftliche Methoden zurück.

https://de.sott.net/article/24305-Denkbar-mehr-Weltweit-gibt-es-45-Millionen-Sklaven

George Orwell: „Wir sind die Priester der Macht“

In diesem audiovisuellen Medien-Kunstprojekt behandeln wir eine interessante Passage aus dem Roman 1984, erschienen im Juni 1949 von George Orwell (Eric Arthur Blair), in dem ein totalitärer Präventions- und Überwachungsstaat im Jahre 1984 dargestellt wird.

In der Passage „Wir sind die Priester der Macht“, ab Seite 301, erfährt Winston von O’Brien, daß die Kontrolle weit über die angenomme Kontrolle hinausreicht und das es weniger darum geht die materielle Welt zu kontrollieren, sondern das es eher darum geht, den Geist zu kontrollieren, um damit universelle Kontrolle zu erlangen.

Es gibt zahlreiche Parallelen zwischen dem Kontrollsystem, in dem wir leben und dem dystopischen Roman 1984, allen voran die diktatorisch herrschenden, sozialistischen Staatsparteien, die sich bei uns jedoch aus den Splittern CDU, CSU, SPD, Grüne, Linke, NPD AFD usw. zu einer Wohlfühldiktatur zusammensetzt sind und die mit einem krankhaften Staatsfetischismus an einem totalitären Überwachungsstaat wirken.

Interessanterweise, wird in dieser Passage auch das sog. „heliozentrische Weltbild“ und die Evolutionstheorie in Frage gestellt und es wird ein wissenschaftlicher Betrug nahegelegt

Veröffentlicht am 29.11.2015

Überwachung in China – Punkte für gefälliges Verhalten

In China wird der digitalisierte Mensch ins Raster eingepasst: Für sozial erwünschtes Verhalten gibt es Punkte, für Punkte gibt es Leistungen. Es klingt wie eine Dystopie. Wird es zum Pflichtprogramm?

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Das klinge so, als setze jemand eine Dystopie aus allen seinen Romanen zusammen und mache sie zum Leitfaden seiner Politik, schrieb der kanadische Schriftsteller Cory Doctorow dieser Tage in seinem Blog. Es sei alles drin und dran: „Bevormundung, Überwachung, soziale Kontrolle, Sippenhaft, Aufbau einer Verhaltensökonomie, ideologisch bestimmtes Verschweigen und Isolation“. Wer macht so etwas?

Die Chinesen beziehungsweise die Online-Konzerne Alibaba und Tencent, die das chinesische Internet dominieren und eine App mit Kreditpunkten aufgelegt haben. Deren Prinzip lautet: Für sozial erwünschtes Verhalten gibt es Punkte. Bei 350 Punkten geht es los, maximal zu erreichen sind 950. Von sechshundert Punkten an gibt es günstige Kredite, man kommt aber nicht nur an Geld, sondern auch leichter an ein Visum. Von 700 Punkten an darf man nach Singapur, eine Reise nach Europa steht dem Nutzer von 750 Punkten an offen. So funktioniert der „Citizen Score“.

Richtiges und falsches Verhalten

Die Frage ist selbstverständlich, wofür Punkte vergeben und warum sie einem Bürger womöglich abgezogen werden. Und da könnte das chinesische Bürgerbewertungsportal alle Vorgaben eines Regimes erfüllen, das mittels totaler Datentransparenz das perfekte Überwachungssystem errichten und auf jeden Einzelnen so lange einwirken will, bis er sich der herrschenden Lehre vollständig angepasst hat. So gebe es Punktabzüge für Kritik an der Kommunistischen Partei oder an sozialen und gesellschaftlichen Missständen, ein Punkteplus wiederum stehe für Jubeläußerungen ins Haus, erwünschte soziale Aktivitäten und das richtige Einkaufsverhalten.

Die Daten kann jeder einsehen, in die Wertung fließt nicht nur das eigenen Verhalten ein, sondern auch das von Freunden und Bekannten, mit denen man über soziale Medien verbunden ist. Noch ist das System freiwillig, von 2020 an soll es für alle, die einen chinesischen Pass besitzen, obligatorisch sein. Gibt es das wirklich? Der „Citizen Score“ ist unbestritten, wie weit er reicht, ist aufgrund der Quellenlage aber unklar. Ist es eine chinesische Schufa, also eine Auskunftei, die sich auf pekuniäre Angaben zur Kreditwürdigkeit beschränkt, oder lassen die Dokumente, die der belgische China-Experte Rogier Creemers, der an der Universität Oxford arbeitet, schon vor einigen Monaten aufgetan hat, vermuten, dass es tatsächlich um die vollständige Vermessung des Menschen geht?

„Big Brother“ lässt grüßen

Naheliegend ist es und den Überlegungen des Schriftstellers und Google-Stipendiaten Douglas Coupland sehr ähnlich, der Punkte verteilen will, mit denen Menschen sich Freiheitsrechte verdienen können. Sehr weit entfernt von dem Status quo der digitalen Verhaltensüberwachung, die uns von Firmen und Institutionen in der freien Welt schmackhaft gemacht werden, ist das nicht mehr: Versicherungskonzerne belohnen eine gesunde Lebens- oder eine umweltverträgliche Fahrweise, wer das empfohlene tägliche Workout nicht macht, sich schlecht ernährt und nicht im Schritttempo mit der Hybridkutsche durch die Tempo-30-Zone zuckelt, zahlt höhere Beiträge, wird beim Chef gemeldet, hat bei der nächsten Beförderungsrunde schlechte Karten oder bekommt keinen Operationstermin.

Gerade war der Aufschrei groß, als die beiden kanadischen Startupperinnen Julia Cordray und Nicole McCullough ihr App-Projekt namens „Peeple“ lancierten, bei dem man nach Belieben andere Menschen bewerten können soll. Nach massiver Kritik ist nun die Rede davon, dass Punkte (in diesem Fall Sterne) nur für Leute verteilt würden, die freiwillig mitmachten, und es nur um positive Urteile gehe. In China sollen Nutzer derweil mit ihrem „Citizen Score“ schon angeben. Ich habe Punkte, also bin ich – ein „guter“ Mensch. George Orwells „1984“ liegt in chinesischer Übersetzung immerhin vor.

http://www.faz.net/medien/punktrichter-citizen-score-ueberwachung-in-china-13848403.html

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