Geschützt: Menschen sind doch keine Tiere, dass sie sich durch Belohnung fangen lassen!!!!

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Bedingungsloses Grundeinkommen 800 Euro für jeden: Finnland geht einen radikalen Schritt

Bildschirmfoto 2015-12-07 um 22.51.438. Dezember 2015 Vincimus

800 Euro für Sie – ohne dass Sie das geringste dafür tun. Wie wär’s? Klingt traumhaft, doch das bedingungslose Grundeinkommen ist in Deutschland umstritten. Finnland ist da einen entscheidenden Schritt weiter. Das Paradies? Mitnichten, argumentieren Kritiker – und präsentieren Fakten.

Es ist ein gigantisches politisches Experiment: Finnland hat angekündigt, ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle Bürger einzuführen. Eine entsprechende Passage war Teil des Koalitionsvertrags der in diesem Jahr neugewählten Regierung. Umfragen zufolge hatten 79 Prozent der Finnen dieses Vorhaben unterstützt. Nun macht die Regierung den Plan wahr: Bis zum November des kommenden Jahres sollen alle bisherigen staatlichen Zuschüsse wegfallen, stattdessen erhalten alle erwachsenen Bürger des Landes eine monatliche Zahlung von 800 Euro….

focus: Bedingungsloses Grundeinkommen800 Euro für jeden: Finnland geht einen radikalen Schritt

Kommentar:

Solange die Bedingungen für dieses Grundeinkommen nicht offengelegt wurden, kann dazu kaum etwas gesagt werden. Dennoch einige grundsätzliche Worte dazu.

Ein bedingungsloses Grundeinkommen sollte eine Lebenssicherung darstellen und kein weiteres Einkommen nötig machen. Die allgemein unantastbare Menschenwürde wäre nur dann unantastbar, wenn der Mensch in keiner Weise genötigt wird, nur um seinen Lebensunterhalt (Recht auf Leben), das heißt Wohnung, Energie, Ernährung, Bildung und Weiterbildung, Kultur, Bewegungsmittel (Öffis oder Individuelle), Sport und Tanz nur mal ganz allgemein aufgelistet, ohne Zwang sich leisten kann.

Nur wenn diese Lebensbasis gesichert ist, kann der Mensch werden was er ist.  Lese und höre mehr zur Menschenwürde – klick…

Ein bedingungsloses Grundeinkommen von 800 Euro, geht daher an der Idee eines solchen Einkommens vorbei, denn mit 800 Euro pro Monat kann in diesen Tagen kein Mensch in Europa auskommen. Dieser Betrag ist die monatliche Einkommens-Summe der Armutsgrenze. Weiterhin sind Menschen, die nur 800 Euro pro Monat zur Verfügung haben auf Zuschüsse angewiesen, welche man jedoch in Finnland mit diesem Betrag auch ersetzen will.

Mal sehen, was die genauen Bedingungen dieses in Finnland beabsichtigten Experiments sind. Bekommen Pensionisten zusätzlich zu ihrer Pension noch dieses Grundeinkommen – bekommen Einkommensempfänger egal welcher Art ZUSÄTZLICH diesen Betrag, dann wird das für die Betroffenen eine wirkliche Verbesserung sein, nicht aber für jene, die NUR diesen Betrag pro Monat zur Verfügung hätten.

AnNijaTbé am 8.12.2015

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Ihre Wertschätzung bitte auf dieses Konto – DANKE!

Auch viele kleine Beträge können viel bewirken 🙂

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„Stellen sie sich einmal vor, wir würden bezahlt werden, ohne dafür etwas zu tun!“ Wurden wir den dafür BEZAHLT, um überhaupt auf die Welt zu kommen? Hat Menschsein etwas damit zu tun, dass dies leistbar sein muss???

Nochmals: „Stellen sie sich einmal vor, wir würden bezahlt werden – besser gesagt „wir würden Geld bekommen“, ohne dafür etwas zu tun!“

Diese Einleitung der folgenden Diskussion geht an der Idee Grundeinkommen total vorbei und beleidigt die Menschenwürde aufs Schlimmste. Außerdem impliziert dieser Satz, dass sich das MENSCH-SEIN bezahlen lassen muss und erhebt erneut das GELD zum Gott, der quasi dem Menschen „erlaubt zu leben“.

Was bedeutet denn „Recht auf Leben“ wie es in den Menschenrechten geschrieben steht?

Dies sollen noch weitere Gedankenanstöße sein, um sich über das heutige Gebaren in unseren Gesellschaften ganz andere Gedanken zu machen. Gedanken nicht nur philosophischer Art, sondern auch ganz praktische, real umsetzbare. Vor allem aber überdenke man das zum Gott erhobene Geldsystem nochmals wirklich kritisch und versäume nicht zu erkennen, was das Geldsystem mit dem Menschen macht, wozu es ihm macht!

Wer dient da wem oder was?

Bedingungsloses Grundeinkommen – TV-Diskussion (2013)

Veröffentlicht am 07.11.2013

Aufschlussreiches Gespräch im österreichischen Fernsehen mit den Gästen:
Daniel Häni – Schweizer Unternehmer und Mitbegründer der Initiative „Bedingungsloses Grundeinkommen“
Franzobel – österreichischer Schriftsteller und Befürworter des Grundeinkommens
Franz Schellhorn – Ökonom und Leiter der Denkfabrik „Agenda Austria“
Friederike Spiecker – Volkswirtin und Mitautorin des Buchs „Irrweg Grundeinkommen“
Johannes Kopf – Vorstandsmitglied Arbeitsmarktservice Österreich
Moderation: Johannes Willms
(„Talk im Hangar-7“, ServusTV 17.10.2013)
Siehe auch die Playlist „Grundeinkommen, Direkte Demokratie und neue Wirtschaftsform“ mit Hinweisen auf Grundlagen, Initiativen und Bewegungen in diesen Bereichen: Christian Felber und die Gemeinwohlökonomie, Bedingungsloses Grundeinkommen in der Schweiz, Joseph Beuys und der erweiterte Kunstbegriff, Soziale Skulptur, Dreigliederung nach Rudolf Steiner, Demokratische Bank, Free International University u.v.m.: https://www.youtube.com/playlist?list…

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EU-Austritt-VolksabstimmungWas kostet uns die EU?
Ist ein BGE von 1500 Euro monatlich in Österreich bezahlbar? 

Plötzlich wird die EU auch zum Hindernis für das BGE und dies nehme ich gleich zum Anlass einer Milchmädchenrechnung FÜR den Austritt aus der EU. Anmerken möchte ich auch, dass die EU nicht nur für ein BGE ein Hindernis ist – sehen Sie sich dazu folgendes Video an.

https://wissenschaft3000.wordpress.com/2015/01/30/eu-austritt-interview-inge-rauscher-mit-harvey-friedman-zum-kommenden-volksbegehren/

Die Rechnung wie im Video >> ergänzend mit verringerten Kosten nach EU-Austritt

Wirtschaftsprofessor Schneider aus Linz errechnete: Für 7 Millionen Österreicher 1.500 Euro BGE pro Monat = gleich 18.000 Euro pro Jahr – das sind gleich:

128 Milliarden pro Jahr

-35 Milliarden Einsparung durch Arbeitslosengeld und Sozialhilfe

-8 Milliarden Einsparung durch Erhöhung auf 30% Mehrwertsteuer

= 85 Milliarden effektive offene Kosten die bleiben – das ist ca. auch das jährliche Bundesbudget Österreichs

-79,2 Milliarden muss man davon abziehen, da das BGE anteilig das Erwerbseinkommen ersetzt

= 5,8 Milliarden welche in dieser Milchmädchenrechnung noch zu finanzieren wären.

Nun komm aber der rechnerische sprichwörtliche HAMMER!!!

Rund 50 Milliarden ersparen wir uns, wenn wir aus der EU austreten – das bedeutet, dass wir selbst mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen einen realen Überschuss von >>>

44,2 Milliarden Euro jährlicher Überschuss!!!

Daniel Häni meint dazu: Da der Anteil des BGE, anteilig das Erwerbseinkommen ersetzt, müsse man diesen Betrag abziehen >> 4,4 Millionen Erwerbstätige in Österreich mal 18 Tausend BGE pro Jahr ist 79,2 Milliarden

Gesamtes Steueraufkommen in Österreich liegt brutto bei rund 80 Milliarden von diesem muss der Anteil des Steuersatzes für das BGE abgezogen werden, allerdings müsste in diese Rechnung auch ein erhöhtes Steueraufkommen (Mehrwertsteuer) durch mehr Kaufkraft durch das BGE auch wieder eingerechnet werden. Daher würde ich diese Gegenrechnung als ein ungefähres Nullsummenspiel betrachten und in der Kostenrechnung unberücksichtigt lassen.

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In Wikipedia nachzulesen:

Das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) ist ein sozialpolitisches Finanztransferkonzept, nach dem jeder Bürger – unabhängig von seiner wirtschaftlichen Lage – eine gesetzlich festgelegte und für jeden gleiche – vom Staat ausgezahlte – finanzielle Zuwendung erhält, ohne dafür eine Gegenleistung erbringen zu müssen (Transferleistung). Es wird in Finanztransfermodellen meist als Finanzleistung diskutiert, die ohne weitere Einkommen oder bedingte Sozialhilfe existenzsichernd wäre.

Die Idee, jedes Gesellschaftsmitglied an den Gesamteinnahmen dieser Gesellschaft ohne Bedürftigkeit zu beteiligen, wird weltweit diskutiert,[1] wobei sich der Name der Idee von Land zu Land und zu verschiedenen Zeiten unterscheidet. So wird der Vorschlag zum Beispiel in den USA hauptsächlich unter dem Namen Basic Income Guarantee (BIG) diskutiert.[2]

Zu den in Deutschland diskutierten Modellen eines BGE gehören zum Beispiel das Solidarische Bürgergeld (Althaus-Modell), das Ulmer Modell oder das Modell der von Götz Werner gegründeten Initiative Unternimm die Zukunft. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt die auf Milton Friedman zurückgehende negative Einkommensteuer.[3]

Namibia Bedingungsloses Grundeinkommen gegen Armut!

Erfolgreicher Feldversuch wurde eingestellt 😦

ZDF zeigt, dass das BGE in Namibia funktioniert

Published on Dec 6, 2012

Dieser Beitrag aus einer weihnachtlichen Spendengala ist an Ironie kaum zu überbieten, denn:

1. Das BGE (Bedingungsloses Grundeinkommen), das in Deutschland heftigst diskutiert wird und als nicht finanzierbar und unrealistisch dargestellt wird, wird hier als leuchtendes Beispiel zur Bekämpfung der Armut dargestellt, und…
2. Sagt die Moderatorin im Anschluss ernsthaft „…von unserem Grundeinkommen“, was ein blanker Hohn gegenüber der immer weiter verarmenden Menschen ist. Was soll das für ein Grundeinkommen sein? Hartz IV???

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BGE Song Frei – Vortrag Namibia mit Herbert Jauch und Werner Rätz – Ludwigshafen (2)

Published on Apr 14, 2013

http://www.facebook.com/groups/315010…

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The Wild West of Namibia Documentary

Published on Feb 16, 2014

More info at http://www.lamanchamedia.org including extra clips.
The Wild West of Nambia explores the great and eerie Skeleton Coast, the shipwrecks there including the Dunedin Star, the souls of the dead diamond hunters on her shores and the history of the diamond rush at the turn of the century. Inland discoveries include the elusive Flip Stander, who has lived in the desert among the desert lions, documenting them for his website, desertlion.info. After a surreptitious border crossing into Angola we learn of the Himba people, their matriarchal society, their tragic past, the infamous German General Lother Von Trotha, who nearly decimated them in what is considered a precursor to the Nazi Genocide, as well as their future struggles in preventing a hydro electric dam from ruining their lands and way of life.
Copyright 2013 © La Mancha Media. All Rights Reserved

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Desert of Skeletons. Full Documentary | Planet Doc Full Documentaries

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Revolutionäres Sozialexperiment Dauphin war „die Stadt ohne Armut“ // es wurde eingestellt :-(

Einen Platz an der Sonne hat Dauphin zumindest noch meteorologisch inne.

Samstag, 13. Juni 2015

Von Julian Vetten

Mitten im Nirgendwo startet die kanadische Regierung 1974 ein revolutionäres Sozialexperiment: Jeder Bürger erhält Geld vom Staat, einfach so. Das Experiment ist ein gewaltiger Erfolg – und verschwindet dann einfach in der Versenkung. 😦

Zwischen den Gegnern und den Befürwortern eines bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) klafft ein Graben – und zwar ein gewaltiger. Er reicht von „Dann will doch keiner mehr arbeiten und alles geht vor die Hunde!“ bis hin zu „Die Menschen könnten sich endlich verwirklichen und die Welt wäre eine bessere.“ Zwischen beiden Extrempositionen ist außer besagtem Graben nicht allzu viel – und um den zuzuschütten, müsste man das mit dem BGE eben einfach mal ausprobieren. Hat aber noch keiner gemacht, ist ja viel zu teuer und überhaupt. Denkt man jedenfalls hierzulande bisweilen: Tatsächlich gab und gibt es aber eine ganze Reihe von vielversprechenden Feldversuchen, zum Beispiel im namibischen Otjivero. Afrikanische Dörfer seien nicht mit deutschen Verhältnissen vergleichbar, kontern dagegen die Kritiker und winken ab. Was kaum einer weiß: Es gab vor mehr als 40 Jahren bereits ein Projekt in westlichen Gefilden – und es war enorm erfolgreich.

1974 beschloss die damals linksliberale kanadische Regierung, im beschaulichen Dauphin das revolutionäre Mincome-Experiment zu starten: Etwa 1000 Familien wurden über einen Zeitraum von fünf Jahren finanziell unterstützt – allerdings nicht mit fixen Beträgen wie in den heute propagierten Modellen üblich, sondern abhängig vom vorherigen Einkommen. Wer jetzt mit Arbeitslosengeld und Ähnlichem gegenhalten möchte, vergisst dabei, dass Mincome nicht nur jedem offenstand, sondern auch einen grundsätzlich positiven Ansatz verfolgte: Jeder verdiente Dollar ließ das Grundeinkommen lediglich um 50 Cent sinken, während zusätzlich verdientes Geld in unseren gängigen Sozialhilfeprogrammen regelrecht „bestraft“ wird.

So weit also die Theorie, doch wie sehen die Ergebnisse aus? Die verschwanden für viele Jahrzehnte in der Versenkung, weil die große Ölkrise Mitte der 70er auch Kanada voll erwischte und die Regierung mit massiver Rezession und einer gewaltigen Arbeitslosenquote erstmal anderweitig beschäftigt war. Das Dauphin-Experiment wurde 1979 sang- und klanglos eingestellt, 2000 Kartons voller Akten verschwanden in einem staubigen Archiv.

Der Arbeitsmarkt selbst brach – wie vorher befürchtet – nicht zusammen, im Gegenteil: Das umfangreiche Datenmaterial zeigt, dass einige der Testpersonen Geld in Anschaffungen wie Autos oder Schreibmaschinen steckten, die ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem freien Markt erhöhten, während andere ihre neugewonnene Fähigkeit zum Konsum nutzten, um ihr Leben zu verschönern – und damit wiederum den Einzelhandel in der Stadt stärkten. Ein Leistungsabfall war lediglich bei Müttern mit kleinen Kindern und Teenagern zu verzeichnen – zuvor hatten beide Gruppen in der strukturschwachen Region häufig mit anpacken müssen, um die Familie durchzubringen. Das Grundeinkommen kurbelte also eine sich selbst befeuernde Aufwärtsspirale an, die sogar über den Kreis der Teilnehmer des Experiments hinausging: „Aufgrund eines sozialen Multiplikators erhöhte sich die Zahl der erfolgreichen Schulabschlüsse in ganz Dauphin“, schreibt Forget in ihrer Studie.

Mehr als 35 Jahre nach dem plötzlichen Ende des Projektes erwacht Mincome so langsam aus dem medialen Winterschlaf. Ob das sonnige Dauphin genau wie seine einstigen Studienteilnehmer mit gutem Beispiel in der Debatte ums BGE vorangehen kann, steht dagegen noch in den Sternen. Noch ist die Auswertung schließlich nicht abgeschlossen und gerade bei derartig komplexen Experimenten gibt es viele mögliche Störvariablen und etliche Tücken bei der richtigen Interpretation der Ergebnisse. Bisher scheint das Experiment in Dauphin den Befürwortern des bedingungslosen Grundeinkommens aber eine ganze Reihe an Argumenten zu liefern.

Streber mit Vorbildwirkung

Erst 2009 fand eine kanadische Professorin nach fünfjähriger Suche die Akten wieder und begann mit der Auswertung. Die ist zwar noch lange nicht abgeschlossen, aber bereits 2011 veröffentlichte Evelyn Forget – von der Öffentlichkeit größtenteils unbeachtet – erste Ergebnisse: „Die Teilnehmer mussten seltener zum Arzt – vor allem die Besuche aufgrund psychischer Beschwerden gingen zurück. Außerdem entschieden sich mehr Teenager dafür, die 12. Klasse zu besuchen“, heißt es in der Studie mit dem wohlklingenden Namen „Die Stadt ohne Armut“.

Forget stellt darin fest, dass die sichere Einkommensquelle positive Nebeneffekte hatte, mit denen zuvor keiner gerechnet hatte: Dauphin verzeichnete einen Rückgang der Krankenhausaufenthalte um 8,5 Prozent sowie ein Absinken der Scheidungsraten. Das neue Gefühl der Sicherheit trug also anscheinend entscheidend zum körperlichen und seelischen Wohlbefinden der Teilnehmer bei und senkte ganz nebenbei die Kosten des Gesundheitssystems.

weiterlesen: http://www.n-tv.de/panorama/Dauphin-war-die-Stadt-ohne-Armut-article15287556.html

Bedingungsloses GrundeinkommenFinnland wagt das Sozial-Experiment

Was wäre, wenn? Finnland will das Grundeinkommen testen - allerdings soll das nicht bedingungslos sein.

Dienstag, 30. Juni 2015

Als erstes europäisches Land will Finnland ein bedingungsloses Grundeinkommen testen. Das heißt aber nicht, dass die Finnen in Zukunft die Füße hochlegen können. Denn die staatliche Grundleistung ist nicht ganz ohne Bedingungen.

„Perustulokokeilu toteutetaan“ – „Ein Grundeinkommensversuch wird durchgeführt.“ So steht es im Koalitionsvertrag der neuen finnischen Regierung, die sich aus der liberalen Zentrumspartei, der konservativen Nationalen Sammlungspartei und der rechtspopulistischen Partei der Finnen zusammensetzt. Bei einer Umsetzung in der nun beginnenden Legislaturperiode wäre es der erste Versuch eines europäischen Landes, ein bedigungsloses Grundeinkommen (BGE) einzuführen.

Seit Jahrzehnten wird in Finnland immer wieder über eine staatliche Grundleistung diskutiert. Allerdings wurde die Idee bisher am Ende stets als zu unrealistisch ad acta gelegt. Das ist jetzt zum ersten Mal anders. In der nun beginnenden Legislaturperiode soll es tatsächlich ein Experiment geben.

Genau geregelt ist der Testballon allerdings nicht. Es gibt weder einen Zeitplan für den Modellversuch noch ein Budget dafür. Die politischen Vorschläge reichen von nur 440 Euro pro Monat bis circa 1000 Euro. Anhänger von Sozialutopien und romantische Nordlandfans sollten sich nicht zu früh freuen: In Finnland wird es auch in Zukunft kein Gratisgeld fürs bloße Existieren geben. Denn in sämtlichen diskutierten Szenarien soll das Grundeinkommen an eine Erwerbstätigkeit gekoppelt werden, nach dem Modell einer negativen Einkommensteuer. Wer eine schlecht bezahlte Arbeit annimmt, bekommt vom Staat zusätzlich zum Lohn das Grundeinkommen.

Derzeit hält das finnische Sozialsystem Langzeitarbeitslose eher davon ab, einen unterdurchschnittlich bezahlten oder befristeten Job anzunehmen. Ein Grundeinkommen, das an die Ausübung einer Erwerbsfähigkeit gebunden ist, würde – so der Plan der finnischen Regierung – die Menschen zu mehr Selbstverantwortung anspornen.

Einige Modellversuche gab es bereits

Trotz der noch ungeklärten Fragen befürworten die meisten Finnen die Idee: Vier von fünf Bürgern stimmten den Plänen in Umfragen zu. Während die Unterstützung in den jüngeren Altersgruppen am stärksten ist, heißen auch mehr als drei Viertel aller Senioren die Idee gut. Selbst Finnen mit einem hohen Einkommen sprachen sich für das Konzept aus.

Experimente mit dem bedingungslosen Grundeinkommen gab es schon einige: So startete die kanadische Regierung 1974 in der Stadt Dauphin ein revolutionäres Sozialexperiment. Vier Jahre zahlte man etwa 1000 armen Familien ein BGE – mit positiven Ergebnissen. Auch in einem Dorf in Namibia lief von 2008 bis 2013 ein Versuch. Und in der Schweiz gibt es Pläne zur Einführung eines Grundeinkommens von umgerechnet 2080 Euro. 2016 soll es einen Volksentscheid geben.

In Deutschland sind solche konkreten Pläne bisher kein Thema in der Politik. Allerdings verlost die private Crowfunding-Initiative „mein Grundeinkommen“ ein bedingungsloses Grundeinkommen in Höhe von monatlich 1000 Euro für ein Jahr. Sie will damit zeigen, wie positiv die Auswirkungen unter anderem auf Wirtschaftsleistung und Arbeitsmotivation sein können.

weiterlesen: http://www.n-tv.de/politik/Finnland-wagt-das-Sozial-Experiment-article15406276.html

Bedingungsloses Grundeinkommen: Finnland startet ein Experiment, das Europa komplett verändern könnte

Nokia To Provide Services For Telia Mobile Finland

Finnland wagt ein Experiment, das unser Leben verändern könnte

Danke Martin!

Seit die Idee „bedingungsloses Grundeinkommen“ aufgekommen ist, beschäftige ich mich damit und habe zahlreiche Artikel dazu geschrieben, die auf diesem Blog zu finden sind.
Ein bedingungslose Grundeinkommen von einer FIRMA Staat ausbezahlt wäre die Abhängigkeit TOTAL.

Wenn es einen Weg gibt, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen dezentral, nicht über den Staat ausbezahlt und produziert werden würde und daher gesichert werden kann und mit Bargeld funktioniert, bin ich sofort dafür.

Projekte, wo dieser Weg bereits beschritten wurde haben sich als sehr gut herausgestellt. Es wurden jedoch alle wieder eingestellt und die Leute blieben am Trockenen hilflos sitzen 😦 Das soll gleichzeitig auch eine Warnung für diesen Weg in Europa sein!!!

Ich halte jedoch jeden Weg für ein bedingungsloses Grundeinkommen für gut und richtig, der auch das Potenzial in sich trägt, Geld einmal GANZ unnötig zu machen!

!!Jeder Weg, der die Menschen in eine totale Abhängigkeit führt, noch mehr als ohnehin bereits erlitten, ist nicht zu gehen!!

Bargeldlos geht gar nicht, das wäre der Weg von Prof. Hörmann = totale Abhängigkeit!
Der Schweizer Hans Jürgen Klaussner, von dem auch das „Hörmann-System“ kommt, hat eine neue Idee, die mir gangbar erscheint. Ich möchte aber nicht vorgreifen, da auch diese noch zu prüfen ist.

Ich bin gespannt was Finnland wirklich machen wird 😕

Local-Money funktioniert an vielen Orten sehr gut und hat alles zum Besseren verändert!

Etwas muss ja unbedingt in größerem Ausmaß JETZT geschehen!

AnNijaTbé am 2.7.2015

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Bedingungsloses Grundeinkommen: Finnland startet ein Experiment, das Europa komplett verändern könnte

titelbild

27. Juni 2015

Es geht um viel Geld: Was würde passieren, wenn alle Menschen vom Staat plötzlich ein Einkommen erhielten – ohne Bedingungen?

Das bedingungslose Grundeinkommen würde die Gesellschaft und die Wirtschaft vermutlich komplett verändern. Leistungen wie das Kinder- und Arbeitslosengeld entfallen dann bis auf wenige Ausnahmen.

Seit kurzem wird die Idee auch in Deutschland parteiübergreifend diskutiert. Das Problem dabei: Es gibt keine Erfahrungswerte. Zwar liegt ein Antrag in der Schweiz im Parlament, nachdem sich eine Volksabstimmung dafür ausgesprochen hat. Bislang hat aber noch kein Staat das bedingungslose Grundeinkommen eingeführt.

W3000: Doch mindestens einen gibt es: Aufsehenerregender Modellversuch zum bedingungsloses Grundeinkommen

Es geht um viel Geld: Was würde passieren, wenn alle Menschen vom Staat plötzlich ein Einkommen erhielten – ohne Bedingungen? Das bedingungslose Grundeinkommen würde die Gesellschaft und die Wirtschaft vermutlich komplett verändern. Leistungen wie das Kinder- und Arbeitslosengeld entfallen dann bis auf wenige Ausnahmen. Seit kurzem wird die Idee auch in Deutschland parteiübergreifend diskutiert. Das Problem dabei: Es gibt keine Erfahrungswerte. Zwar liegt ein Antrag in der Schweiz im Parlament, nachdem sich eine Volksabstimmung dafür ausgesprochen hat. Bislang hat aber noch kein Staat das bedingungslose Grundeinkommen eingeführt.

w3000: Viel Vorarbeit und Studien wurden dafür vor Jahren schon gemacht und nicht erst vor kurzem: Die umfangreichsten Forschungen zum bedingungsloses Grundeinkommen und Erwerbseinkommen

Das könnte sich jetzt ändern. In Finnland hat die neue Regierung in ihrem Koalitionsvertrag ein „Grundeinkommens-Experiment“ vereinbart. Wie genau das aussehen soll, ist zwar nicht näher beschrieben.

Umfragen zufolge sollen aber 79 Prozent der Finnen das bedingungslose Grundeinkommen befürworten. Ähnlich viele unterstützen das Vorhaben im finnischen Parlament. Die Vorschläge für einen monatlichen Betrag reichen beispielsweise von 400 bis knapp über 1000 Euro.

w3000: Diese Vorschläge sind total indiskutabel, das Grundeinkommen darf nicht nötigen, darf kein Almosen sein, muss daher für alles ausreichen, das wären derzeit mindestens 1,700 Euro pro MONAT!

Kritiker halten das System für nicht finanzierbar, weil die langfristigen Kosten nicht kalkulierbar sind. Außerdem sehen sie die Gefahr, dass die Arbeitslosigkeit massiv ansteigt.

w3000 Wie lächerlich ist das denn – Geld ist heute nichts als nur eine Zahl am Computer – dieses ewige Gequatsche von nicht bezahlbar nervt schön langsam. Götz Werner, der Chef von der Einkaufskette DM-Markt schrieb das erste Buch dazu – jegliches Grundeinkommen ist auch bezahlbar. Es darf allerdings nur an gebürtige Staatsbürger ausgegeben werden. Keine Einwanderer, keine Wirtschaftsflüchtlinge dürfen damit begünstigt werden, sie sollen in ihren eigenen Ländern ein solches Grundeinkommen verlangen – jedes Land kann das machen! Das Grundeinkommen muss an eine nationale Währung gebunden sein, denn Geld steht für Leistung.

Befürworter hingegen sagen, dass das bedingungslose Grundeinkommen die Freiheit für individuelle Selbstverwirklichung ermögliche und ehrenamtliche Arbeit honoriert. Außerdem würden enorme Verwaltungskosten wegfallen. weiterlesen und Literaturangaben auf:  http://www.pravda-tv.com/2015/06/bedingungsloses-grundeinkommen-finnland-startet-ein-experiment-das-europa-komplett-veraendern-koennte/

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Alles was man zu diesem Thema wissen muss – ist ausführlich auf w3000 zu finden – oben habe ich bereits die wichtigsten Artikel dazu verlinkt. Wer sich in dieses Thema noch mehr vertiefen will:

Regionalwaehrung ~ Local Money (17)

Lebenssicherungseinkommen (17)

Bedingungsloses Grundeinkommen (28)

alternative Waehrungen (33)

allgemein zum Thema Geld: Geld und Gold – Geldsystem ~ money (691)

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GELD FÜR ALLE: Ein Dorf in Namibia testet bedingungsloses Grundeinkommen

Freiheit statt Vollbeschäftigung: Mitteilungen

29. Januar 2013

„Geld für alle. Ein Dorf testet das bedingungslose Grundeinkommen“ – interessantes Interview in der FAZ

Dieses Interview mit einer Ethnologin über das Grundeinkommensprojekt in Namibia im Hochschulanzeiger der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sticht aus der Berichterstattung über das Bedingungslose Grundeinkomen heraus, weil es den Blick für Fragen öffnet, die oft vernachlässigt werden: die kulturellen Voraussetzungen nämlich, die darüber entscheiden, wie ein BGE womöglich genutzt werden würde. In Deutschland wird das Projekt in Namibia häufig als Beleg dafür angeführt, was ein BGE bewirken könne. Doch der Forschungsbericht – im Unterschied zu diesem Interview – über das Projekt geht auf kulturelle Eigenheiten und Voraussetzungen, so weit ich sehen kann, gar nicht ein (siehe auch diesen Vortrag von Claudia & Dirk Haarmann über das BIG-Projekt in Namibia). Genau deren Bedeutung sollte jedoch nicht übersehen werden, denn, was sich in Namibia vollzogen hat, ist nicht einfach auf ein anderes Land übertragbar, dessen kulturelle Voraussetungen andere sind. Und selbst dort, wo die Resultate ähnlich scheinen, können die Wirkzusammenhänge andere sein.

Ausgewählte Stellen seien hier kommentiert:

…(FAZ) Sie haben untersucht, wie das Geld das Leben der Dorfbevölkerung verändert hat. Wie muss man sich Ihre Arbeit vorstellen?
Man muss wissen, dass in Otjivero zu rund 80 Prozent Damara leben, eine Volksgruppe, die zu den Khoisan-Völkern gehört. Bei den Khoisan herrscht eine ausgeprägte Kultur des Schenkens und des Einforderns. Wer etwas übrig hat, egal ob Essen, Wasser, Geld oder Zeit, gibt anderen etwas ab. Und wer etwas braucht, eine Tasse Maismehl, ein Stück Seife oder jemanden, der auf die Kinder aufpasst, fragt bei Angehörigen und Nachbarn. Wir Deutschen definieren uns ja eher über das, was wir haben: Wenn Sie mit 40 immer noch in einer Studentenbude wohnen, fragt die Familie, wie es weitergehen soll. Das würden die Khoisan nie tun. Sie definieren sich darüber, was sie anderen geben. Wer nie etwas abgibt, dessen Status sinkt, und irgendwann wird er aus der Gemeinschaft ausgeschlossen…

Folgt man den Ausführungen, dann fällt eines gleich auf. Schenken und Einfordern, wie es hier geschildert wird, bedeuten nicht, dass bedingungslos gegeben wird. Es herrscht ein hoher Grad der Verpflichtung zu geben, das Geben kann also wiederum eingefordert werden. Das könnte Ausdruck eines hohen Maßes an sozialer Kontrolle sein, damit womöglich einer traditionalen Gemeinschaftsvorstellung. Dazu, sofern das zutrifft, gehört auch eine Sicht auf das Individuum, in der das Kollektiv Vorrang hat, während für die moderne Demokratie ein gleichgewichtiges Verhältnis von Individuum und Kollektiv konstitutiv ist. Nicht ganz ohne Vorurteile ist die Bemerkung über die „Studentenbude“. In unserer Kultur mit einer ausgesprochen starken Vorstellung vom Individuum und großen Anforderungen an Autonomie muss bei der Deutung der „Studentenbude“ der normative Hintergrund bedacht werden. Das Studium ist ein Moratorium, also ein Schutz- und Schonraum, der gerade begünstigen soll, sich müßig mit einer Sache – dem Gegenstand eines Studiums – auseinanderzusetzen. Das Einüben einer Forschungshaltung ist hierbei Zweck. Diesen Schonraum zeichnet dabei auch aus, noch nicht die volle Verantwortung und nicht die vollen Verpflichtungen eines Erwachsenen übernehmen zu müssen. Das Verlassen der „Studentenbude“ – sieht man einmal von Klischees, die damit verbunden werden, ab – ist also auch Ausdruck dafür, sich aller Verantwortung und allen Verpflichtungen des Erwachsenenlebens zu stellen, den je eigenen Weg zu finden, ihnen gerecht zu werden. Es geht dabei auch um eine Ablösung aus der Herkunftsfamilie, auch der Alimentierung durch sie und der Hinwendung zum Gemeinwesen als umgreifender Gemeinschaft. Ich würde auch die Einschätzung nicht teilen, dass es in unserer Kultur vorwiegend um das Haben geht, denn allerhand Schenkrituale wie Geburtstage, Weihnachten und andere Anlässe zeigen die große Bedeutung des Gebens, das noch viele andere Formen kennt, ganz wesentlich die der Familie. Denn in ihr widmen sich die Eltern bedingungslos ihren Kindern. Verantwortung und Verpflichtung haben in unserer Kultur also nur eine bestimmte Form und einen bestimmten Inhalt. Das Haben von etwas wird dort herausgestellt, wo es ein Fehlen von etwas anderem kompensiert – z.B. das Fehlen von Sinn im Beruf oder gar im Leben. Unsere Kultur in Gestalt politischer Gemeinschaft kennt auch keine Ausschluss, zumindest nicht von der Seite, Staatsbürger zu sein. Und Einschränkungen der Bürgerrechte sind – darüber wird im Zusammenhang mit dem Arbeitslosengeld II diskutiert – sind kein Ausschluss im strengen Sinn. Das ist offenbar bei den Khoisan anders, ausgeschlossen wird, wer die Pflichten verletzt. Manches am Vergleich mit der „Studentenbude“ ist also schief oder gar unzutreffend.

…Auch die Kriminalitätsrate sank: Auf den umliegenden Farmen wurde kaum noch gewildert. Frauen, die vorher gelegentlich genäht hatten, kurbelten ihr Geschäft an. Sie reisten nach Windhoek, um auch dort ihre Kleider zu verkaufen. Zudem konnten die Menschen ihr Ansehen in der Gemeinschaft steigern. Otjivero ist ein extrem armer Ort – es gibt kaum Vieh und so gut wie keine Arbeit. Viele sind auf die Unterstützung von Familienmitgliedern aus anderen Dörfern angewiesen. Nun konnten sie etwas zurückgeben: etwa Geld schicken oder Kinder aus der Verwandtschaft aufnehmen…

Hier wird deutlich, wie sehr das Schenken status- bzw. reputationsfördernd ist und so gleichmaßen ein Überbietungswettbewerb in Gang kommen kann. Auch sollte nicht vergessen werden, dass der heutige Sozialstaat ein ungleich abstrakteres Solidarband darstellt, als es in kleinen überschaubaren Gemeinschaften der Fall ist. Unsere Systeme sozialer Sicherung sind Ausdruck dessen, dass bestimmte Aufgaben an das Gemeinwesen übertragen werden, was eben zugleich eine Befreiung von familialen Abhängigkeiten mit sich bringt bzw. bringen soll.

…Ich finde, auch die Menschen sollte man einfach mal machen lassen und ihnen nur die Unterstützung anbieten, die sie selbst haben wollen…

Sehr interessant, wenn auch trivial. Doch genau dies ist ein heikler Punkt auch in der Grundeinkommensdiskussion. Dort finden sich ebenso Positionen und Argumente, die mindestens den Eindruck erwecken, es sei nicht Sache derer allein, die Hilfe benötigen, sie auch zu rufen (siehe frühere Kommentare dazu hier und hier). Von Hilfe zu Bevormundung ist es nur ein kleiner Schritt.

…Mehr Zeit für den Einzelnen und mehr Jobs für alle – klingt nicht übel …
Ja, aber das Grundeinkommen muss ja irgendwoher kommen. Götz Werner, der Gründer der Drogeriemarktkette dm und prominenter Befürworter der Idee, plädiert für ein Grundeinkommen von 1.000 Euro. Das würde uns jährlich über 900 Milliarden kosten. 900 Milliarden! Das halte ich nicht für realistisch. Namibia dagegen könnte sich aufgrund der geringen Bevölkerungsdichte und der Einnahmen aus dem Verkauf von Diamanten und Uran ein Grundeinkommen für alle leisten. Ich fände es gut, wenn sie es dort mal fünf Jahre lang ausprobieren würden. Dann würde man sehen: Führt die Umverteilung tatsächlich zu mehr Gerechtigkeit und weniger Armut? Oder ist es volkswirtschaftlich gesehen nichts weiter als eine schöne Idee?…

Angesichts der zahlreichen, doch sehr klaren Argumente zur Finanzierung wäre hier Zurückhaltung angebracht gewesen. Nur weil Frau Klocke-Daffa es nicht „realistisch“ erscheint, kann es dennoch realistisch sein. Alleine, wenn sie das Bruttoinlandsprodukt oder Volkseinkommen Deutschlands ins Verhältnis zu den 900 Milliarden gesetzt hätte, hätte ihr auffallen müssen, dass es nicht unrealistisch ist. Dass es beim BGE vor allem um die Frage geht, welcher Teil der Wertschöpfung soll in öffentliche Hand gelangen (z.B. zur Finanzierung des BGE) und welcher soll in privater verfügbar sein? Ein etwas sonderbares Verständnis von Selbstbestimmung zeigt sich in den abschließenden Fragen. Denn, ob die Bürger Namibias es für gerecht halten, ist ihre Angelegenheit. Wir können allenfalls wissenschaftlich etwas zur Einkommensverteilung feststellen, nicht aber, was die Namibianer davon zu halten haben. Womöglich bietet dieser Artikel von Frau Klocke-Daffa weitere Denkanstöße.

Sascha Liebermann

via“Geld für alle. Ein Dorf testet das bedingungslose Grundeinkommen” – interessantes Interview in der FAZ « Freiheit statt Vollbeschäftigung : Mitteilungen.

Namibia: Aufsehenerregender Modellversuch ~ bedingungsloses Grundeinkommen – Projekt wurde eingestellt :-(

vorbild-freude

FR: Test für bedingungsloses Grundeinkommen

Über einen aufsehenerregenden Modellversuch von Kirchen und Gewerkschaften in Namibia berichtet die Frankfurter Rundschau. Dabei erhielten 1000 Einwohner des Dorfes Otjivero zwei Jahre lang monatlich umgerechnet zehn Euro als bedingungsloses Grundeinkommen.

Projekt-Mitarbeiter Herbert Jauch beschreibt im FR-Interview die Erfolge des Modellprojekts:

„Die Zahl der Menschen, die unter der Armutsgrenze leben, fiel von 76 auf 37 Prozent. Vor dem Versuch waren fast die Hälfte aller Kinder untergewichtig, jetzt sind es nur noch weniger als zehn Prozent. 90 Prozent beenden nun die Schule, früher haben es nur 60 Prozent geschafft. Und es gibt viel weniger Kriminalität.“

Jauch betont den Unterschied zu Mikrokrediten und Programmen der traditionellen Entwicklungshilfe. Das bedingungslose Grundeinkommen setze nicht nur bei der Produktions-, sondern auch bei der Nachfrageseite an, schaffe lokale Märkte und ermögliche den Menschen die Selbstversorgung.

Die Einführung in ganz Namibia ist demnach durchgerechnet, wird aber noch nicht von allen Politikern unterstützt und erfährt heftigen Gegenwind vom Internationalen Währungsfonds:

„Der IWF macht mit falschen Zahlen über die Kosten des BGE Stimmung. Er rechnet zum Beispiel die über 60-Jährigen ein, die ein BGE gar nicht bekommen. Er hat Angst davor, dass Namibia ein Beispiel setzt, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen funktioniert. Denn dann würde es für Länder wie Brasilien und Indien auch ungeheuer interessant.“

Wie ein Grundeinkommen auch in anderen Ländern wie Deutschland nachhaltige finanziert werden könnte, beschreibt INWO-Autorin Alwine Schreiber-Martens.

Quelle: http://www.inwo.de/index.php?id=149&tx_ttnews[tt_news]=28&cHash=45194febff02fcb9329b865ee24195e1

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Was wurde aus dem Grundeinkommen in Namibia?

Bedingungsloses Grundeinkommen

Lebenssicherungseinkommen

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