Die Deutsche Bundesbank erklärt Buchgeld

buchgeld

Geld, das man nicht sehen kann

Das „unsichtbare“ Geld wird in einer Art Kreislauf von Bankkonto zu Bankkonto weitergegeben, weshalb es oft als Giralgeld (aus dem Italienischen: giro = Rundreise) bezeichnet wird. Häufig spricht man auch von Buchgeld, weil es nur in den Büchern der Banken erscheint. Mittlerweile erfolgt diese Aufzeichnung fast ausschließlich in elektronischer Form. Dabei handelt es sich vor allem um täglich fällige Einlagen („Sichteinlagen“) sowie Termin- und Spareinlagen von „Nichtbanken“, d. h. Wirtschaftsunternehmen, öffentlichen Institutionen und Privatleuten. Sichteinlagen können jederzeit abgehoben werden, bestehen für die Bank also nur „auf Sicht“. Sie werden überwiegend gering oder gar nicht verzinst.

Buchgeld ist Geld, aber kein gesetzliches Zahlungsmittel

Auf den ersten Blick mag es nicht so recht einleuchten, wieso Sichteinlagen zum Geld gerechnet werden. Doch bei näherer Betrachtung sind die Unterschiede zu Bargeld nicht so groß, denn ein Sichtguthaben erfüllt die Funktionen von Bargeld. Es steht jederzeit für Umbuchungen sowie für Bargeldauszahlungen zur Verfügung. Im November 2014 war das Gesamtvolumen der Sichteinlagen im Euro-Raum mit 4.858 Milliarden Euro mehr als fünfmal so groß wie der Bargeldumlauf mit 957 Milliarden Euro.

Im Unterschied zu Banknoten und Münzen ist das Buchgeld kein gesetzliches Zahlungsmittel. Dennoch wird es im Wirtschaftsleben allgemein akzeptiert. Dies beruht insbesondere darauf, dass das Buchgeld jederzeit wieder in Bargeld umgewandelt werden kann. Umkehrt wird Bargeld zu Buchgeld, wenn es auf ein Konto eingezahlt wird (z. B. die Tageseinnahmen im Einzelhandel). Umwandlungen von Buchgeld in Bargeld und umgekehrt sind also gängige Praxis. Der gesamte Geldbestand der Nichtbanken – Bargeld plus Buchgeld – bleibt dabei unverändert.

„Transport“ von Buchgeld – Organisation des bargeldlosen Zahlungsverkehrs

Damit das Buchgeld seine Funktion als Zahlungsmittel erfüllen kann, sorgt das Bankensystem für seinen Umlauf zwischen den Konten. Bargeldlose Zahlungen gehen immer „stofflos“ vor sich, also durch Übermittlung der Zahlungsinformation und Buchungen auf den Konten. Der Kontostand des Zahlers wird vermindert, während sich jener des Zahlungsempfängers erhöht. Wenn beide ihre Konten bei verschiedenen Banken haben, muss die Zahlung von diesen beiden beteiligten Banken transportiert und gebucht werden.

Abwicklung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs

Beim Zahlungsverkehr wird zwischen Massen- und Individualzahlungsverkehr unterschieden. Im Massenzahlungsverkehr werden nicht so eilige Zahlungen mit zumeist nicht hohen Beträgen abgewickelt. Das sind Zahlungen des täglichen Lebens (z. B. Bezahlen von Telefonrechnungen, Gehältern oder Mieten). Beim Individualzahlungsverkehr handelt es sich meist um Zahlungen mit hohen Beträgen, die innerhalb von Sekunden abgewickelt werden.

Massenzahlungsverkehr

Eine Zahlung kann direkt zwischen zwei Banken verrechnet werden, wenn die eine jeweils ein Konto bei der anderen hat (Korrespondenzbankgeschäft). Ist dies nicht der Fall, muss entweder eine weitere Bank oder ein Clearinghaus zwischengeschaltet werden. Die weitere Bank bzw. das Clearinghaus sorgt für Weiterleitung der Zahlungsinformation und Buchung auf den Konten der beteiligten Banken. Die Banken versuchen, den bargeldlosen Zahlungsverkehr so zu organisieren, dass das Geld möglichst lange im eigenen Haus bzw. in der eigenen Bankengruppe bleibt. Daher haben sich die Banken gleicher Bankengruppen zu Gironetzen zusammengeschlossen, innerhalb derer die Zahlungen zwischen den angeschlossenen Banken ausgetauscht und gebucht werden.

Die deutschen Gironetze sind miteinander verbunden und ermöglichen so eine Weiterleitung der Zahlung an Banken anderer Bankengruppen. Alternativ können die Zahlungen über Clearinghäuser wie zum Beispiel STEP2 der Euro Banking Association ausgetauscht und gebucht werden. Zur Unterstützung des bargeldlosen Massenzahlungsverkehrs betreibt auch die Deutsche Bundesbank ein eigenes Clearinghaus (Elektronischer Massenzahlungsverkehr EMZ bzw. SEPA Clearer). Auch Banken ohne Einbindung in die deutschen Gironetze haben über dieses Clearinghaus Zugang zum bargeldlosen Zahlungsverkehr mit allen übrigen Banken in Deutschland und Europa.

Die Bedeutung der Clearinghäuser hat mit der europaweiten Ausrichtung des Massenzahlungsverkehrs im Rahmen der SEPA-Einführung stark zugenommen. Um sicherzustellen, dass alle europäischen Banken erreicht werden können, sind die Clearinghäuser untereinander verbunden.

Individualzahlungsverkehr über TARGET2

TARGET steht für Trans-European Automated Real-time Gross Settlement Express Transfer System und ist das Zahlungsverkehrssystem der Zentralbanken des Eurosystems. Es dient der Abwicklung eilbedürftiger Euro-Zahlungen in Echtzeit. TARGET wurde mit der Einführung des Euro Anfang 1999 in Betrieb genommen und zwischen November 2007 und Mai 2008 Schritt für Schritt durch TARGET2 abgelöst. TARGET2 ist eine technische Weiterentwicklung des ursprünglichen Systems und wurde von der Deutschen Bundesbank, der Banque de France und der Banca d’Italia entwickelt, die es auch betreiben. Eigentümer sind die Europäische Zentralbank und die nationalen Zentralbanken der Euro-Länder.

Über TARGET2 sind alle Banken im Euro-Raum direkt oder indirekt miteinander verbunden, mittelbar können auch viele weitere Banken in aller Welt erreicht werden. Das computergestützte System wird von den Zentralbanken für die Abwicklung geldpolitischer Geschäfte genutzt, beispielsweise für die Auszahlung von Krediten an die Banken. Diese nutzen TARGET2, um eilbedürftige Individualzahlungen abzuwickeln. Ein Beispiel ist, dass ein Unternehmen für den Kauf eines Grundstücks einen großen Euro-Betrag an ein anderes Unternehmen überweisen muss. Mit Hilfe von TARGET2 können solche Aufträge in Sekundenschnelle („in Echtzeit“) vorgenommen werden. Dazu werden Buchungen auf den Konten der an dieser Transaktion beteiligten Geschäftsbanken bei den Zentralbanken des Eurosystems vorgenommen. Weiter nutzen die Geschäftsbanken TARGET2, um Zahlungen untereinander abzuwickeln. Ein Beispiel ist eine Euro-Zahlung, die sich aus einem Devisengeschäft ergibt, oder aus einem Interbankenkredit, wenn eine Geschäftsbank einer anderen einen Kredit gewährt hat.

Außerdem wird TARGET2 von Betreibern anderer Systeme aus der Finanzbranche genutzt, um ihre Buchungen auf den Bankenkonten in TARGET2 vorzunehmen. Dabei handelt es sich beispielsweise um Systeme, die Wertpapiergeschäfte verrechnen. Der Preis für ein gekauftes Wertpapier wird über TARGET2 bezahlt. Auch das Massenzahlungsverkehrssystem der Deutschen Bundesbank nutzt TARGET2 für die Buchung der zwischen den Banken ausgetauschten Zahlungen. Die sekundenschnellen Zahlungen, die das System ermöglicht sowie die vielen Möglichkeiten zur Liquiditätssteuerung in TARGET2 (z. B. das Setzen von Limiten, die Reservierung von Geldbeträgen für bestimmte Zahlungen), schaffen eine wichtige Grundlage sowohl für ein effizientes Liquiditätsmanagement der Geschäftsbanken als auch für die Umsetzung der Geldpolitik des Eurosystems. Über TARGET2 fließen pro Tag im Durchschnitt rund 350.000 Zahlungen im Wert von circa 2,5 Billionen Euro. Das entspricht in etwa dem deutschen Bruttoinlandsprodukt. Während eines Jahres werden von TARGET2 knapp 90 Millionen Zahlungen im Gesamtwert von rund 600.000 Milliarden Euro abgewickelt.

Einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum (SEPA)

[+] Euro-Zahlungsverkehrs- raum SEPA Im baren Zahlungsverkehr besteht mit dem Euro bereits seit 2002 eine gemeinsame Währung und ein einheitliches Zahlungsmittel in vielen Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Um dies auch im bargeldlosen Zahlungsverkehr zu erreichen, wurden Verfahren entwickelt, um Überweisungen und Lastschriften in Euro zu vereinheitlichen. Dies sind die SEPA-Instrumente (SEPA steht für Single Euro Payments Area). Im SEPA-Raum wird nicht mehr wie bisher zwischen nationalen und grenzüberschreitenden Zahlungen unterschieden. Auch Kartenzahlungen und Bargeldabhebungen sollen innerhalb des einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums ebenso schnell, sicher und effizient abgewickelt werden wie im Heimatland. Für die grenzüberschreitende Kartennutzung sind einheitliche Kartensysteme notwendig. Auf dem deutschen Markt werden ab April 2015 neue Verarbeitungssysteme für die Abwicklung von Kartenzahlungen eingeführt. Diese beruhen auf europaweiten Standards und ermöglichen die Abwicklung von SEPA-Zahlungen. An SEPA nehmen Zahlungsdienstleister aus den Ländern der Europäischen Union, aus Island, Monaco, Liechtenstein, Norwegen, San Marino und der Schweiz teil.

IBAN und BIC

Seit Februar 2014 ist bei bargeldlosen Zahlungen in Euro (Überweisungen und Lastschriften) anstelle von Kontonummer und Bankleitzahl die IBAN (International Bank Account Number) zu verwenden. Bei grenzüberschreitenden Zahlungen ist bis Februar 2016 zusätzlich auch noch der BIC (Business Identifier Code) nötig. Verbraucherinnen und Verbraucher dürfen noch bis Februar 2016 die bisherigen Kontonummern und Bankleitzahlen verwenden. Die Banken wandeln diese in die IBAN um. Die IBAN und der BIC wurden eingeführt, um den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr zu erleichtern.

Die IBAN ist in den einzelnen Ländern unterschiedlich aufgebaut, besteht aber aus maximal 34 Stellen, wobei die ersten vier Stellen einheitlich festgelegt sind. Jedem Konto lässt sich eindeutig eine IBAN zuordnen. In Deutschland wird die IBAN mit 22 Stellen dargestellt und ist wie folgt aufgebaut:

Die ersten beiden Stellen geben die Länderkennung wieder, gefolgt von zwei Prüfziffern sowie der achtstelligen deutschen Bankleitzahl. Die letzten zehn Stellen sind für die Kontonummer vorgesehen. Wenn die Kontonummer weniger als zehn Stellen umfasst, wird sie rechtsbündig gesetzt und die „fehlenden“ Plätze zwischen ihr und der Bankleitzahl mit Nullen aufgefüllt.

Der BIC (auch SWIFT-Code) ist eine internationale Bankleitzahl. Die ersten vier Stellen bezeichnen die Bank. Darauf folgen die Länderkennung und eine zweistellige Orts-/Regionalangabe. Die letzten drei Stellen können für Filialbezeichnungen genutzt werden oder frei bleiben, womit der BIC entweder acht oder elf Stellen umfasst.

Quelle: https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Dossier/Service/schule_und_bildung_kapitel_3.html?notFirst=true&docId=147648

Anonymous – Die geheime Weltregierung [Deutsch]

Sie kontrollieren die Regierungen, Präsidenten und Behörden. Die Banker von Goldman Sachs. Goldman Sachs ist mehr als eine Bank. Sie ist eine unsichtbare Schattenregierung.

Veröffentlicht am 30.01.2017

Die biometrische Digitalwährung startet in Indien

Veröffentlicht am 20.01.2017

Indien schafft das Bargeld ab

Indiens Premier Narendra Modi will Bargeldreform Korruption und Schwarzgeld bekämpfen.

Indiens Premier Narendra Modi will Bargeldreform Korruption und Schwarzgeld bekämpfen. / Bild: (c) APA/AFP/NOAH SEELAM

Eigentlich sollte der indische Premierminister Narendra Modi am Dienstagabend eine eher unspektakuläre Ansprache an die Nation halten. Doch was er sagte, löste ein wirtschaftliches Beben aus, dessen Folgen noch nicht absehbar sind. Gegen 20.30 Uhr Ortszeit verkündete der mächtigste Mann Indiens, dass nur wenige Stunden später das meiste Bargeld im Land nichts mehr wert sein würde.

„Um uns aus dem Griff von Korruption und Schwarzgeld zu befreien, haben wir entschieden, dass die aktuellen 500- und 1.000-Rupien-Noten nicht mehr gültig sind“, sagte Modi. Ein 1.000-Rupien-Schein, bisher die größte Banknote im Land, ist gerade einmal 13,60 Euro wert. Schon um Mitternacht sollte er nichts mehr wert sein. Die größte legale Banknote im Land ist nun der 100-Rupien-Schein – rund 1,36 Euro.

Einzelhandel leidet bereits

Schon kurz nach Modis Ansprache bildeten sich lange Schlangen vor den Bankomaten, die aber entweder gar kein Geld mehr oder nur noch minimale Beträge ausspuckten. Am Mittwoch stauten sich die Autos vor den staatlichen Tankstellen und Apotheken, die zu den wenigen Stellen gehörten, die ein paar Tage lang noch große Scheine annehmen durften. Den meisten von ihnen ging bereits in der Früh das Wechselgeld aus, was häufig zu lautstarken Auseinandersetzungen führte. Kleinere Geschäfte und Straßenhändler hatten sichtlich weniger Kunden – was angesichts fehlender Geräte für bargeldlose Zahlung auch vorerst so bleiben dürfte.

Noch bis zum 30. Dezember haben Bargeldbesitzer nun Zeit, ihr Geld zur Bank zu bringen oder gegen neu entwickelte Banknoten im Wert von 500 oder 2.000 Rupien zu tauschen, die die indische Notenbank RBI ab Donnerstag versprochen hat. Bargeld soll jedoch auch danach knapp bleiben: Gerade einmal 4.000 Rupien (54 Euro) dürfen direkt getauscht werden, der Rest muss auf ein indisches Konto eingezahlt werden. Anschließend bleiben Abhebungen an Bankomaten auf 4.000 Rupien pro Tag limitiert, wer direkt in die Filiale geht, darf pro Woche zunächst nicht mehr als 20.000 Rupien abheben.

Jeder zweite Inder ohne Bankkonto

„Eine ganze Währung so auszutauschen, wird die Wirtschaft kurzfristig bremsen“, schreibt Fondsmanager Sandip Sabharwal auf Twitter. „Aber dafür werden die Bankeinlagen sprunghaft steigen und die Zinsen spürbar sinken.“ Die indische Regierung erhofft sich durch den Zwang zum papierlosen Geld vor allem ein Ende der Schattenwirtschaft, die verschiedenen Schätzungen zufolge ein Fünftel bis ein Viertel der indischen Wirtschaftskraft ausmacht.

Besonders schmerzhaft dürfte die Umstellung für diejenigen werden, die kein Bankkonto haben. Laut Weltbank waren das im Jahr 2014 fast die Hälfte aller Inder. „Indien bleibt eine auf Bargeld basierende Wirtschaft“, beginnt selbst die indische Notenbank ihre Erklärung zur Aktion.

Zu denen, die kein indisches Konto haben, gehören auch Touristen. Ihnen erlaubt die RBI noch bis einschließlich Freitag, bis zu 5.000 Rupien in ihre eigene Währung zurück zu tauschen, jedoch ausschließlich an Wechselstuben an Flughäfen. Wie groß das wirtschaftliche Beben durch die Überraschungsreform tatsächlich wird, werden sie danach wohl nur noch aus der Ferne miterleben.

http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/5115350/Indien-schafft-das-Bargeld-ab

dazu passt das Interview mit Soros aus der Reihe „CBS 60 Minutes“ vom 20.12.1998

Veröffentlicht am 03.01.2017

So schnell und ohne Vorwarnung kann es gehen !

Ist unser Bargeld sicher? Kann es auch eine Änderung über Nacht geben?

Ein neues Beispiel …
Rund sechs Milliarden 100-Bolívares-Scheine sind laut Venezuelas Zentralbank im Umlauf, das sind etwa 48 Prozent aller Geldnoten und Münzen der Währung des Landes. Jetzt müssen sie sehr schnell abgegeben oder auf ein Konto eingezahlt werden oder das Geld ist verloren!

Venezuelas Präsident nimmt ohne Vorwarnung die bisher größte Banknote der Landeswährung innerhalb von drei Tagen aus dem Umlauf.
72 Stunden sind nicht annähernd genug Zeit, um zu den neuen Banknoten zu wechseln. Schon jetzt warten Venezolaner stundenlang in Schlangen an Banken und Geldautomaten, um an Bargeld zu kommen. Die Frist läuft seit 12. Dezember 2016. Im Ausland befindliche 100-Bolívares-Scheine verlieren ihren Wert, da Präsident Maduro die Streitkräfte angewiesen hat, die Grenzen zu sichern, um zu verhindern, dass aufgekaufte 100-Bolívares-Noten zurück in das Land gelangten können.

 

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