Raumplaner: Der Wiener Stadtplanung fehlen Konzepte

Das sieht man klar am Beispiel Westbahnhof – der wurde renoviert. Es wurde ein rießiger häßlicher Komplex gebaut – für ein mehrstöckiges Einkaufszentrum. Am Bahnhof selbst wurde nichts Erkennbares geändert. So sehen viele Projekte in Wien und vielen anderen Großstädten aus. Die Natur wird zerstört, wertvoller Boden zubetoniert, die Anrainer nicht gefragt und die Großkonzerne setzen ihre häßlichen Hochhaus-Projekte durch und der Steuerzahler zahlt. /Lorinata

DiePresse.com – 07.02.2013

Raumplaner Reinhard Seiß attackiert im „Presse“-Interview die Wiener Stadtplanung: Es fehlten übergeordnete Konzepte, viele Projekte seien urbanistisch absurd und dienten nur den Interessen der Investoren.

Die Presse: In der Neuauflage Ihres Buches „Wer baut Wien?“ gibt es eine Bilanz der letzten Jahre. Was hat sich geändert? Merkt man eine grüne Handschrift in der Stadtplanung?

Reinhard Seiß: Eher in der Verkehrspolitik, bei der Parkraumbewirtschaftung oder den Tarifen im öffentlichen Verkehr. Planungspolitik hingegen ist eine langfristige Materie. Da sieht man die zwei Jahre, die Grün in Wien mitregiert, noch nicht immer. Viele Projekte, die jetzt gebaut werden, sind lange vorher beschlossen worden.

Wiens Städtebau der letzten 20 Jahre steht für eine planungspolitische Gesinnung, die die Interessen von Grundeigentümern und Investoren über das Wohl der Stadt stellte.

viaRaumplaner: „Der Wiener Stadtplanung fehlen Konzepte“ « DiePresse.com.