Schokolade von Kindersklaven – ein übles Geschäft

Vielen Dank an Janine Otto, für diesen wichtigen Beitrag – bitte weiterleiten! So darf man mit Menschen und schon garnicht mit Kindern umgehen! Wie unwürdig wie tief betrüblich!

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Höllische Schokolade

Geschrieben von ⋅ 11. April 2011

250.000 Kinder arbeiten auf den Kakaoplantagen der Elfenbeinküste, in der seit Jahrzehnten ein blutiger Bürgerkrieg tobt: Die Human Rights Watch wirft Ouattaras Kämpfern Massaker vor (AFP). Millionen Menschen sind auf der Flucht (Spiegel). An dieser Situation tragen wir mit Schuld – durch unserer Vorliebe zur billigen Schokolade. „Dies ist eine Zeit der Enthaltsamkeit. Der inneren Einkehr. Und vor allem eine Zeit der strengen Busse.“ Es war einmal ein kleines Dorf in dem die Kälte regierte. Bis eine Frau auftauchte und einen Weg fand, das Eis zu brechen. Mit diesen pathetischen Worten beginnt der Trailer zu Chocolat, in dem die süße Gaumenfreude als Symbol für alles Gute im Menschen steht. Das mehrfach ausgezeichneten Meisterwerk beschreibt die Geschichte eines kleinen Dorfes, in dem Schokolade einem kleinen Dorf Sinnlichkeit, Glück und Liebe schenkt. Eine zauberhafte Geschichte, ein Märchen.

Anders klingt der Radiobeitrag
"Der Weg der billigen Schokolade"
(Manuskript) von Alexander Göbel und Hendrik Loven.

Hier wird eine andere Geschichte erzählt. Kein Märchen, die harte Wahrheit. Denn die Realität der Hauptdarsteller in der Schokoladenproduktion ist nicht himmlisch, sie ist die Hölle: Misswirtschaft, Armut und ein nicht enden wollender Bürgerkrieg bestimmen den Alltag der Kakaobauern. Rund 250.000 Kinder arbeiten auf den Plantagen der Elfenbeinküste, zum Teil als Kindersklaven. Am Ende der Geschichte gelangt die Spurensuche zu den wahren Schuldigen, zu uns. All das geschieht, nur damit wir für möglichst wenig Geld diesen zarten Schmelz auf der Zunge spüren. Schokolade hat den Dörfern in Westafrika weder Sinnlichkeit, Glück noch Liebe gebracht. Beitrag Plus-Minus, ARD, 16.03.2010 Blaue Schokohasen und bunte Ostereier türmen sich wieder einmal vor den Supermarktkassen.

Alle greifen zu. Niemand hat bei diesem Anblick ein schlechtes Gewissen. Keiner scheint die Ungerechtigkeit, welche sich hinter den bunten Verpackungen verstecken, zu kennen. Reicht nicht der Blick auf das Bio-Siegel? Bio ist zwar Garant für einen ökologischen Anbau, es berücksichtigt jedoch nicht die Art des Handels der Waren. Im Fall der Elfenbeinküste führt genau dieser zu Armut, Kindersklaverei und schlussendlich zu einer finanziellen Unterstützung eines jahrzehntelangen Bürgerkriegs. Um die Zusammenhänge zu verstehen muss man den neun Spuren im Radiobeitrag folgen. 1. Spur: Der Schokoladenhersteller Bereits die aufmerksamen Zuschauer der „Sendung mit der Maus“ wissen, dass Schokolade nicht in romantisch eingerichteten Küchen hergestellt wird. Sie ist ein industrielles Lebensmittel, das in einer hygienischen Laborumgebung hergestellt wird. Nicht nur, weil jeder

Westafrikanische KokaolieferantenDie Côte d´Ivoir ist Deutschlands größter Kakaolieferant, Togo folgt auf Platz zwei.

Lebensmittelkontolleur sonst direkt die Fabrik schießen würde, die als „edel“ und „einzigartig“ angepriesene Köstlichkeit ist heutzutage ein Massengut. Laut dem Bundesverband der deutschen Süßwarenindustrie e.v. (BDSI) wurden 2009 mehr als 980.000 Tonnen Schokolade in Deutschland produziert. Über 90% des Kakaos für diese Produktion stammen aus Westafrika: Ghana, Nigeria, Togo. Die Côte d’Ivoire, die Elfenbeinküste, ist dabei Deutschlands wichtigster Kakaolieferant. Fast jede zweite Kakaobohne stammt aus ihr. Die Schokoladenhersteller klagen über schwankenden Preise auf dem Weltmarkt, entstanden durch Spekulationen auf der Rohstoff-Börsen. Das Nahrungsmittel Kakao wie Erdöl oder Stahlkohle wird von der Wirtschaft als ein Rohstoff betrachtet und gehandelt. Unter diesen Spekulationen leiden sowohl die Bauern, als auch die Hersteller. Ein Blick auf die Menschen hinter den Kulissen ist von Nöten.

2. Spur: Der Kakaohändler

Als erster Grundsatz der Wirtschaft wird gerne „Angebot und Nachfrage“ genannt. An der Börse wird dieses Prinzip jedoch ans Absurdum geführt. Zocker, Spekulanten sind hier zu Hause. Der Rohstoff Kakao gilt dabei unter Kenner der Warenbörsen in New York und London als beliebtes Spekulationsgut und wird von Banken gern beworben: Werbefilm der Börse Stuttgart mit Eugen Weinberg, Comerzbank, Erstellt am 21.06.2010 auf www.youtube.com Der Preis für eine Tonne Kakao wird also weder durch die Qualität der Bohnen, noch über den Markt gesteuert. Er ist ein Glücksspiel. Schätzungsweise 75-80% der „gehandelten“ Werte sind rein spekulativ, d.h. diese Waren existieren gar nicht. Ein einzelner Protagonist, Anthony Ward hat erst 2010 gezeigt, wie anfällig der Kakaomarkt für hohe Preisschwankungen ist. Nachdem dieser sieben Prozent der jährlichen Ernte aufkaufte, schossen die Preise für Kakao in bis dato unbekannte Höhen. Die Ungerechtigkeit erkennt man daran, dass kein Bauer an diesem Mega-Deal profitiert. Doch lernen wir nicht bereits im Kindesalter, dass man mit Essen nicht spielt? Warum darf überhaupt auf Lebensmittel spekuliert werden?

3. Spur: Der Kakaobauer

Die 600.000 Kakaobauern der Elfenbeinküste sind arm. Bitter arm. Laut dem Internationalem Währungsfond lag das Pro-Kopf-Einkommen des Landes bei gerade einmal 1.052 Dollar – im Jahr. Nicht nur der jahrelanger Bürgerkrieg, vor allem jahrelange Niedrigpreise haben Spuren bei den Bauern hinterlassen. Trotz gestiegener Preise, die Bauern sind nicht in der Lage mit einer Mehrproduktion darauf zu reagieren. Die Bäume sind zu alt, jedoch die Taschen zu leer um neue Pflanzen oder Dünger zu kaufen. Unterstützung erhalten diese nicht. Weder vom Staat, noch von der Industrie. Die Geschichte der Elfenbeinküste erklärt dies.

4. Spur: Das Herkunftsland

Die ehemalige französische Kolonie Elfenbeinküste heißt offiziell Republik Côte d’Ivoire und seine Einwohner, Ivorer genannt, sind abhängig vom Kakaoanbau: Mit mehr als 1,335 Millionen Tonnen ist die Elfenbeinküste der weltweit größter Kakaoerzeuger. Nach den Untersuchungsunterlagen des Institutes Südwind e.V. kommt vom Ertrag für die Kakaobohnen allerdings nur 40% bei den Bauern an, 10-12% bekommen die Kakao-Händler, der Rest fließt in die Tasche des Staates. Was dieser mit den Steuereinnahmen zwischen 2001 und 2008, einer Zeit blutiger Auseinandersetzungen, unternommen hat ist bis heute nicht geklärt.

Klar ist jedoch, dass in dieser Zeit des Bürgerkriegs, die Waffe und Soldaten auch von irgendetwas finanziert werden musste. Sowohl von Seiten der Regierung als auch der Rebellen. Daher wird von manch einem Experten auch das Wort „Blut-Kakao“ verwendet. Die Elfenbeiküste ist kein aus sichheraus entstandenes Land. Frankreichs Kolonialisierung bildete im 19ten Jahrhundert aus vielen Staaten das Land Französisch-West afrika. Im Süden wurden sowohl Kakao- als auch Kaffeeplantagen errichtet, die nach und nach Arbeiter aus angrenzenden Regionen, dem heutigen Burkina Faso anlockte. Als 1960 die Elfenbeinküste unabhängig wurde, war unklar, welche Staatsangehörigkeit die Zugereisten haben und ob diese überhaupt Ivorer sind.

Genau auf diesem Problem beruhen die gesammten Spannungen. Ab 1993 wurde eine ausgrenzende Politik geführt und Ivorer mit einem burkinischen Hintergrund nicht einebürgert. Das Land, das in dieser Zeit stark unter der Arbeitslösigkeit von Akademikern, Misswirtschaft und einem niedrigen Kakaopreis litt, wollte von den Problemen ablenken und machte die nun über 30% der „Ausländer“ für die missliche Lage verantwortlich. 2002 revoltierten Teile der Ivorischen Armee gegen den Staatspräsidenten Laurent Gbagbound strebten demokratische Wahlen an, die für alle Ethnien zugänglich sind.

Seit 2002 ist daher die Elfenbeinküstte geteilt. Der Norden des Landes wird von den Rebellen besetzt und der Süden wird seit dem  Gegierungsgebiet genannt. Zwischen beiden Pateien ist seit fast 9 Jahren eine 10.000 Mann starke internationale Friedenstruppe im Einsatz. Erst 2010 sollte dies jedoch erst der Fall sein. Sieger der Wahlen war Alassane Ouattara. Laurent Gbagbo räumte jedoch nicht seinen Amtssitz, da er die Stimme in 4 Wahlkreisen einfach nicht annahm.

Die Internationalen Staaten nahmen diese Entscheidung jedoch nicht an. So kam es seit den Wahlen im Dezember 2010 zu immer stärker werdende Ausschreitungen in dem Land. Dass in diesem anhaltenden Klima aus Gewalt und Korruption kein Geld für Investitionen vorhanden ist und an die Bauern fließen kann, ist verständlich. Diese sehen in ihrer Not keine andere Möglichkeit, als die Produktionskosten zu senken: Ihre Kinder müssen mitarbeiten und sogar Kindersklaven werden eingesetzt. Und in dem anhaltenden Chaos hindert sie niemand daran. Seit den 1980ger Jahren herrscht Bürgerkrieg in der Elfenbeinküste.

Wie erst die jüngsten Bilder aus den Nachrichten zeigen, gibt es seit den Wahlen im Dezember 2010 immer stärker werdende Ausschreitungen in dem Land. Dass in diesem anhaltenden Klima aus Gewalt und Korruption kein Geld für Investitionen vorhanden ist und an die Bauern fließen kann, ist verständlich. Erst gestern berichtet die tagesschau, wie die Ivorer unter diesen Umständen leiden. Diese sehen in ihrer Not keine andere Möglichkeit, als die Produktionskosten zu senken: Ihre Kinder müssen mitarbeiten und sogar Kindersklaven werden eingesetzt. Und in dem anhaltenden Chaos hindert sie niemand daran.

5. Spur: Die Kakao-Kindersklaven

Der dänische Filmemacher Miki Mistrati hat sich 2010 auf den Weg gemacht um den Vorwurf der Kindersklaverei auf den Kakao-Plantagen der Elfenbeinküste nachzugehen: 9.2.2011 ORF Weltjournal Elfenbeinküste – Bittere Schokolade

Schmutzige Schokolade (Doku) Kindersklaven schuften für unseren Genuss

Nicht nur das Institutes Südwind e.V., auch die Tulan Univerity in Ohio führt seit Jahren eine Studie über Kinderarbeit auf Kakaoplantagen durch. Ihr nüchternes Resultat ist, dass es zwar entsprechende Kinderschutzrechte in den Gesetzen gibt, diese jedoch nicht mit genügend Stärke kontrolliert und durchgesetzt werden. Durch das offene Ende des Bürgerkrieges bleibt diese Situation wohl auch die nächsten Jahre bestehen. Muss man das akzeptieren?

6. Spur: Die Schokoladenindustrie

Die Schokoladenindustrie ist sich der gesamten Problematik bewusst. Nach einem langwierigen Prozess unter der Leitung der US-Politikers Eliot Enge und Tom Harkin wurde das „Harkin Engel Protocol“ bereits am 19. September 2001 unterschrieben. Nichts geschah. Erst nach einigen Berichten in Österreich und der Schweiz, veröffentlichte am 01.10.2010 der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie seine Position zur missbräuchlichen Kinderarbeit im Kakaoanbau in Westafrika: „Die Position des BDSI kurz gefasst:

  • Missbräuchliche Kinderarbeit ist gänzlich inakzeptabel.
  • Kinderarbeit trägt in Westafrika zum Einkommen der Familien bei und kann nur dann gerechtfertigt werden, wenn Schulbesuch, ausreichende Ernährung und Gesundheitsversorgung gewährleistet sind und die Kinder keine gefährlichen Tätigkeiten ausüben. Zusätzlich soll die ivorische Gesellschaft für das Thema Kinderarbeit sensibilisiert werden.
  • Der BDSI fördert zusammen mit internationalen Verbänden und Initiativen Projekte, die die Schulbildung von Kindern und die Ausbildung von Farmern ermöglichen. (…)“

Kritiker bezweifeln die Wirkung der Maßnahmen. Friedel Hütz-Adams von der Institutes Südwind e.V. erklärt am 14. Dezember 2010 in einer Presseerklärung: „(…) Die Entwicklung in der Kakao‐ und Schokoladenbranche zeigt deutlich die Grenzen freiwilliger Prozesse auf. Fortschritte werden nur sehr langsam und in geringem Umfang erzielt.“ Um den (…) formulierten Anforderungen an transnationale Konzerne gerecht werden zu können, ist ein international verbindlicher Rechtsrahmen nötig, der die Einhaltung der Menschenrechte in den Lieferketten von Konzernen durchsetzt, so Hütz-Adams.“ Das stärkste Argument gegen die Industrie ist jedoch ein recht einfaches: trotz der bekannten Bilder und trotz der Probleme wird auch weiterhin aus diesem Land Kakaobohnen eingekauft. Unkontrolliert. Denn die Kontrolle ist schwerer als man denkt.

7. Spur: Die Kontrolle

Es ist nicht nur ein Problem, in einem Bürgerkriegsgebiet über 600.000 Kakaobauern zu kontrollieren. Der Handelsweg von Westafrika ist chaotischer als bisher gedacht. Kakao ist zu einem beliebten Schmuggelgut geworden. Klar wird dies in Togo, Deutschlands zweitgrößter Kakao-Anbieter.

Schmuggelbewegungen in WestafrikaDas Ursprungsland Togo beim Einkauf von Kakaobohnen ist zweifelhaft.

Über Ghana wird tonnenweise das begehrte Handelsgut von der Elfenbeinküste aus nach Togo verschoben. Grund sind die geringeren Zölle in Togo. Das ghanaische Fernsehen strahlte erst im April 2010 eine mit versteckter Kamera gedrehten Beitrag aus, nachdem die gezeigten Zöllner, Polizisten und Händler verhaftet wurden. Die Problematik ist in Ghana zur Zeit ein heißes Eisen, da durch diesen Schmuggel den Land Milliarden Dollar verloren gehen.

Auch Reuters Bericht, erstellt am 18.02.2011 auf www.youtube.com, zeigt dieses Vorgehen.

Den Abnehmern scheinen dies Fakten genauso egal zu sein, wie auch die Frage, wie es eigentlich sein kann, dass ein Land offiziell 63 Tonnen Kakao nach Deutschland verkaufen kann, obwohl es nur 10 Tonnen produziert. Hauptsache die Ware ist billig, denn genau das ist es, was die Verbraucher wollen.

8. Spur: Die Verbraucher

Deutschland ist Weltmeister. Nie zuvor wurde soviel Schokolade verzehrt wie heute. Zum Frühstück gibt es zu einem einen Schkoladenaufstrich oder ein Schokocroissant, zwischendurch wird ein Schokoriegel verzehrt, der Cappuccino mit Kakaoaroma ist auch besonders lecker und Abends, beim Fernsehen, wird die Schokolade ausgepackt. Insgesamt 9,3 Kilo aß 2008 im Durchschnitt ein Deutscher und zahlte gerade einmal 46,65 Euro dafür.

Pro-Kopf-Verbrauch SchokoladeJährlich ißt jeder Deutscher fast 10 kg Schokolade

Bemerkenswert ist, dass sich der Preis bei Schokolade seit Jahrzehnten nicht geändert hat, so dass gesagt wird, Schokolade sei die stabilste Währung in Deutschland. Laut Industrie achtet der Deutsche Kunde gerade bei diesem Produkt auf den Preis und die Angst von Seiten der Süßigkeitenindustrie ist hoch, ihre Kunden zu verlieren. So auch ihre Philosophie: Der Kunde will es billig, und wir machen es billig. Der Preisdruck wird dabei an die Bauern abgegeben und niemand hindert sie daran. Die Auswirkungen auf die Stabilität in Westafrika und die Lebensumstände von Kindersklaven wird dabei komplett ausgeblendet.

9. Spur: Die Global-Player

Aber die Industrie schätzt den Kunden auch noch anders ein. Achim Drewes, Sprecher von Nestlé, sagt in dem Radiobeitrag: „Nach eigener Marktforschung, die wir angestellt haben, interessieren sich vielleicht 15 bis 20 Prozent wirklich für das, was in den Lieferketten passiert. Es gibt aber einen wesentlich größeren Teil von Verbrauchern, die dies relativ wenig interessiert und die auch nicht bereit sind für diese Investition in die Lieferkette auch einen höheren Preis zu bezahlen. Aber nach unserem Verständnis ist die Lieferkette, wie sie in der Vergangenheit war, kein Zukunftsmodell, das heißt wir müssen sie umbauen“ Für die Industrie gibt es also einen Schuldigen: Wir sind es!

Lösungen

Ist der Verbraucher wirklich so abgestumpft? Dachte man dies nicht auch bei der Einführung des Bio-Siegels und hat es belächelt? Heutzutage, 10 Jahre nach der Einführung, geben 95% aller Deutschen an, bevorzugt Bio-Produkte zu kaufen. Wir haben gezeigt, dass wir lernen können. Ein Wandel in den Köpfen hat also stattgefunden. Mehr denn je ist heutzutage allen klar: Konsumentin und Konsument können entscheidenden Einfluss auf die Produkte und ihre Herstellung nehmen. Hat die Schokoladenindustrie eigentlich mit dem gleichen Engagement, wie sie uns durch ihrer Werbung mit schönen Bildern aus einer heilen Welt ihre Schokolade schmackhaft machen will, versucht uns zu erklären, was an dem System billige Schokolade hängt? Die Armut, die Spekulation, die Kindersklaven? Verbraucher können erst mündig werden, wenn sie alle Fakten kennen. Aufgeklärte Konsumenten werden eine Preissteigerung von 10, 20 oder gar 30 Cent sicher billigend in Kauf nehmen, wenn dadurch der Kreislauf des Blut-Kakaos durchbrochen wird. Die Schweiz, Österreich und auch England haben dies bewiesen. Denn es gibt Alternativen, die in anderen Ländern erfolgreich funktionieren.

Aktien

Durch die Wirtschaftskrise sind viele Anleger weg von ihren
herkömmlichen Anlageformen gegangen. Der Bereich "Warenbörse" und
Fonds im Foodbereich hat seit dem stark zugenommen. Auf den ersten
Blick scheint dieses Segment am Markt natürlich und zu tolerieren.
Der zweite Blick müsste Ihnen jedoch zeigen, dass nur Sie einen Nutzen
davon haben und sowohl Bauern als auch der Handel
durch Ihre Spekulation leidet.
Um ein gutes Gewissen zu haben, sollten Sie ihr Geld lieber in einen
anderen Sektor investieren.

Nachfragen

Hat Ihrer Lieblingsschokolade keinen Nachweis über das Herstellungsland?
Dann fragen Sie einfach beim Produzenten nach, ob die Produktion ohne
Kinderarbeit abläuft.

Genussvoll Schokolade essen

Schokolade, früher auch "Speise der Götter" genannt, ist kein
Grundnahrungsmittel. Eine Tafel besitzt mehr als 500 Kalorien und liefert
die Hälfte an Fett des täglichen Bedarfs. Auf Schokolade muss nicht komplett
verzichtet werden, jedoch sollte jeder Bissen mit Bedacht genossen werden.
Kaufen Sie daher lieber statt zwei billigen Tafeln eine teure und achten
Sie auf die Qualität. Durch einen Boykott von Schokolade wird keinem
Menschen in Westafrika geholfen.

Fair gehandelte Schokolade

Insgesamt gibt es 3 Siegel, die eine Schokolade ohne Kinderarbeit
garantieren:
Rainforest Alliance, UTZ Certified und FAIRTRADE.

Siegel Drei Siegel garantieren einen sozialverträglichen Kakaoanbau. Nur 1% aller verkauften Schokoladen sind in Deutschland fair gehandelt. In fast jedem Supermarkt werden heutzutage Schokoladen mit diesen Siegeln angeboten. Zugreifen wollen jedoch die wenigsten. Unsere Nachbarn scheinen ein größeres soziales Bewusstsein zu haben, denn sie sind uns einen großen Schritt voraus. In Österreich sind 20% der verkauften Schokoladen fair-gehandelt, in der Schweiz ist es sogar die Hälfte. Wir können unser Verhalten ändern. Wir können helfen, dass Schokolade den Dörfern in Westafrika wirklich Sinnlichkeit, Glück und Liebe schenkt. Es hängt nur von uns ab. Der letzte Satz des Radiobeitrags bringt es auf den Punkt: „(…) Wir könnten ja mit dem bewussteren Einkauf bereits bei den Osterhasen anfangen, die schon an die Supermärkte ausgeliefert sind.“

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Die Artikelempfehlung kommt von: Internet: www.essener-brot.com http://www.123people.de/ext/frm?ti=personensuche%20telefonbuch&search_term=silvia%20fohrer&search_country=DE&st=suche%20nach%20personen&target_url=http://janineotto.wordpress.com/2011/04/11/hollische-schokolade/§ion=blog&wrt_id=259

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aktuelle Aktionen weltweit

Armut und Hunger werden gemacht ~ jeder ist aufgerufen das zu beenden!

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