Pflanzenfasern – Jute – Hanffaser – Fasernessel – Flachsfaser – Bananenseide

JUTE

Jute ist eine Bast-Faser aus den Stängeln der Corchorus-Pflanzen.Diese einjährigen, krautigen Pflanzen erreichen Wuchshöhen von bis zu 4 Metern.Das Anbaugebiet der besten Jutefaser ist das Gangesdelta.Die Fasergewinnung erfolgt durch Rösten, Waschen und Trocknen.

Jute gehört zu den “nachwachsenden Rohstoffen” und ist vollständig biologisch abbaubar. Sie ist die zweitwichtigste Pflanzenfaser nach Baumwolle.Jute zeichnet sich durch ihre hohe Dehnfestigkeit aus.

HANF bzw. HANFFASER

Hanffasern sind die Fasern aus dem Bast der Hanfpflanzen. Die ältesten Nachweise für eine Verwendung der Hanffasern reichen dabei bis in das Jahr 2800 v. Chr. zurück.

In ihrer Faserqualität unterscheiden sich männliche und weibliche Hanfpflanzen. Die weiblichen Pflanzen haben eine längere Vegetationszeit und bilden dickere und festere Faserzellen, während der Anteil der Primärfasern in den männlichen Pflanzen höher ist. Entsprechend sind die Fasern der männlichen Hanfpflanzen feiner und können zu feineren Stoffen verwebt werden, die der weiblichen Pflanzen sind dagegen deutlich fester und können eher für gröbere Gewebe und Seile verwendet werden.

Die Bruchfestigkeit der Hanffaser ist mit 23 % ein wenig höher als die der vergleichbaren Flachsfaser. Die Hanfernte zur Fasergewinnung erfolgt im Regelfall zur Blütezeit der männlichen Pflanzen. Die Hanffasern werden durch Brechen und Walzen der Stängel vom Rest der Pflanze getrennt, dieser Prozess wird als Faseraufschluss bezeichnet. Der traditionelle Faseraufschluss wird heute in China und Indien betrieben.

FASERNESSEL bzw. BRENNNESSEL

Die Fasernessel gehört zur Familie der Großen Brennnessel. Zwar ist sie keine etablierte Ackerfrucht, wird aber mittlerweile vereinzelt kommerziell angebaut.

Die Fasernessel unterscheidet sich von der Wildart durch deutlich längere, gerade Stängel. Sie erreicht Höhen von bis zu drei Metern. Im Vergleich zur Stammform hat die Fasernessel einen stark erhöhten Faseranteil von 17 % statt 5 %. Die Fasern sind im Mittel7 cm lang. Wie bei Hanf und Leinen sind sie in Gruppen angeordnet und liegen unterhalb der Bastschicht des Stängels, die stärksten und ältesten Fasern jedoch im äußeren Teil der Rinde.

Da die Faser von Natur aus sehr weich ist und aufgrund ihrer Feinheit hervorragend spinnbar ist, eignet sie sich gut zum Einsatz als Textilfaser.

FLACHSFASER bzw. LEINEN

Die Flachs- oder Leinenfaser wird aus den Stängeln der Flachspflanze gewonnen. Ab dem späten 19. Jahrhundert wurde Leinen durch Baumwolle praktisch verdrängt. Es gewinnt heute als ökologische Naturfaser wieder an Bedeutung.

Bei der Ernte werden die Leinpflanzen mit den Wurzeln aus dem Boden ausgerissen, da beim Mähen die Fasern zerstört würden.Das Flachsstroh wird auf den Feldern liegengelassen. Durch die Taufeuchte bauen Bakterien und Pilze die Pektine ab. Dieses Verfahren ist relativ umweltfreundlich, auch gelangen die Nährstoffe während der Röste teilweise wieder in den Boden zurück.Nach der Röste wird das Stroh wieder getrocknet. Hier wird das Stroh zunächst gebrochen: der Holzkern wird in kleine Stücke zerkleinert. Beim anschließenden Schlagen werden diese vom Flachs getrennt.Der Flachs wird gekämmt.

Der Anteil des Leinens am weltweiten Faseraufkommens liegt nur bei rund zwei Prozent. Die Leinenproduktion ist im Gegensatz zur Baumwolle auf wenig Chemikalieneinsatz (Dünger, Pestizide) angewiesen. Leinen ist die einzige Naturfaser, die in kontrolliert biologischer Qualität aus heimischem Anbau (Westeuropa) auf dem Markt ist.

In Ägypten, Mesopotamien und Phönizien wurden bereits vor 6000 bis 7000 Jahren Leinen systematisch verarbeitet. Ägyptische Mumien sind in Leinenstreifen gehüllt.Im Mittelalter wurde Leinen durch die schmutzabweisende Eigenschaft bevorzugt für körpernahe Verwendung eingesetzt.

MERZERISIERTE BAUMWOLLE (KUNSTSEIDE)

Die Merzerisation ist ein Veredlungsverfahren für Baumwolle.

Beim Merzerisieren wird Baumwolle unter Einwirkung von Zugspannung konzentrierter Natronlauge ausgesetzt. Hierbei quellen die Fasern auf, der Querschnitt verändert sich von nierenförmig zu rund und die Länge der Fasern verringert sich um bis zu 25%.

Diese Strukturveränderungen führen zuseidenartigem, waschbeständigem Glanz und höherer Festigkeit. Das Verfahren ist sehr kostspielig. Daher wird es nur bei Textilien sehr hoher Qualität angewandt.

BANANENSEIDE bzw. ABACÁ

Die Abacá ist eine in Ostasien heimische Pflanzenart aus der Gattung der Bananen. Die Abacá erreicht eine Wuchshöhe von 3 bis 8 Metern und einen Durchmesser des Scheinstammes von 12 bis 30 Zentimetern. Der Scheinstamm besteht aus einem weichen Kern, dem eigentlichen Stamm, und bis zu 25 eng darum gewickelte Blattscheiden.

Genutzt werden vor allem die bis zu zwei Meter langen Hartfasern der Abacáblätter. Die Faser ist relativ grob und weist eine hohe Reißfestigkeit auf. Zur Gewinnung der Faser werden die Blätter zu Beginn der Blütezeit an der Basis abgeschnitten und entsprechend ihrem Alter und der Qualität geordnet. Dabei enthalten die innersten und damit jüngsten Blattscheiden die weichsten und schwächsten Fasern. Die Fasern werden gewaschen und getrocknet.

Die wirtschaftlich relevanten Anbauländer sind die Philippinen und Ecuador.

Der größte Teil der Faserproduktion wird zu Pulpe verarbeitet, also in Wasser gelöst und für spezielle Zellstoffprodukte wie Teebeutel, Zigarettenpapier, Banknoten (aktuell nur in Japan), und industrielle Filter genutzt. Aufgrund ihrer Salzwassertoleranz werden die Fasern zudem für die Herstellung von Tauen und Fischnetzen verwendet; weiterhin werden Hängematten und Teppiche aus ihnen gefertigt.

KASCHMIRWOLLE

Die Kaschmirwolle ist eine feine und sehr weiche Faser, welche zum Ende des Winters durch Kämmen aus dem Unterfell der Kaschmirziege gewonnen wird. Der Name ist von der Region Kaschmir abgeleitet.

Kaschmir ist eine der wertvollsten und teuersten Naturtextilien.

Pro Tier werden ca. 150 Gramm gesammelt, die dann (von Hand) von den einzelnen Oberhaaren gereinigt werden müssen. Wichtigste Erzeugerländer sind China, die Mongolei und das mittelasiatische Hochland.

Quelle: http://sky-carpet.eu/de/kollektion-natur-pur/

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