“… Dann muß man mal geschichtlich rumkramen um heraus zubekommen, was Israel wirklich ist und wie man das, wenn es wirklich existiert hat, so installieren kann, wie es historisch vertretbar ist.” (germania19)
Es gibt da noch die Theorie, über die ich bei Erich von Däniken (“Wir alle sind Kinder der Götter. Wenn Gräber reden könnten”. 1. Auflage. München: C. Bertelsmann-Verlag GmbH, 1987. 91ff.) gelesen habe.
Dargelegt wurde sie in einem Werk (“Die Bibel kam aus dem Lande Asir”. Reinbek bei Hamburg, 1985.) von Professor Dr. Kamal Sulaiman Slibis aus dem Libanon, der in Beirut Geschichte studierte, in London promovierte und an der Amerikanischen Universität in Beirut Professor für Geschichte wurde.
Sie besagt, daß sich die biblische Geschichte nicht in Palästina, sondern in der saudi-arabischen Provinz Asir (https://de.wikipedia.org/wiki/Asir) am südwestlichen Rand der arabischen Halbinsel, südlich von Mekka bis zur Genze Nord-Jemens abgespielt habe.
Bei seiner Studie fiel ihm erstens auf, daß, abgesehen davon, daß es keinen einzigen archäologischen Hinweis für eine israelitische Gefangenschaft in Ägypten und den Exodus gibt und auch kein einziger Überrest eines salamononischen Tempels in Jerusalem gefunden wurde, sondern lediglich Reste jüngerer Tempel, viele der Ortsnamen auf der arabischen Halbinsel in ihrer Sprachform nicht dem Arabischen, sondern dem Kanaanitischen entsprächen, wobei er zugleich fast alle, ihm bekannten biblischen Ortnamen in einem 600 Kilometer langen und 200 Kilometer breiten, heute Asir und den südlichen Teil des Hedschas umfassenden Gebiet wiederfand.
Zweitens, da erstere Erkenntnis allein zur Verlegung der Geschehenisse nicht ausgereicht hätte, verglich er die im Bibeltext geschilderten Darstellungen von Gebirgen, Bodenschätzen, Tieren, Pflanzen und Wasserläufen, Schilderungen von Feldzügen, Schlachten, Siegen und Niederlagen sowie Angaben über Stunden, Tage und Nächte, die bestimmte Reisen dauerten mit den Gegebenheiten in beiden Regionen – und sie paßten genau nach Westarabien, nicht aber nach Palästina!
So dürften der salomonische Tempel und das salomonische Jerusalem, das eben nicht mit der bereits in den Amarna-Briefen belegten und nach dem Abenddämmerungsgott Shalem benannten kanaanitischen Stadt identisch sei, seiner Auffassung nach ungefähr 35 Kilometer nordöstlich von der Bergregion Nimas, wo es heute ein malerisches Dörfchen namens Al-Sharim gebe, gelegen haben.
Das wäre zugleich auch eine Erklärung, weshalb sich Salomon (ein König, besser gesagt ein Häuptling, von dem zeitgenössische außerbiblische Quellen übrigens auch keinerlei Notiz nehmen) lat Bibeltext so sehr um das Königreich Saba bemüht hat, wären doch die Sabäer, sofern die Theorie sich als richtig erweisen sollte, seine direkten Nachbarn…
Dann sollte Theodor Herzls Buch “Der Judenstaat” wohl umgeschrieben werden – “Wenn ihr wollt, ist es kein Traum / Märchen”… 