Ist DIESER Serienkiller für den Horror-Clown-Trend verantwortlich ?

Ihre Taten sind abscheulich und doch faszinieren sie die Menschen seit jeher: Serienkiller. News.de stellt in regelmäßigen Abständen einige der furchtbarsten Mörder der Kriminalgeschichte und ihre finsteren seelischen Abgründe in kurzen Porträts vor. Dieses Mal aus aktuellem Anlass: John Wayne Gacy. Dem Killer wird nachgesagt, die pathologische Angst vor Clowns befeuert zu haben. Ist seine Geschichte mitverantwortlich für den derzeit grassierenden „Horror-Clown“-Trend?

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Polizeifoto von John Wayne Gacy, aufgenommen nach seiner Festnahme am 22. Dezember 1978. Gacy wurde im März 1980 zum Tode verurteilt und im Mai 1994 hingerichtet.

Frankreich, USA, Deutschland, Italien, Schweden – die halbe Welt wird derzeit von Fällen des sogenannten Clownsightings heimgesucht. Dabei tauchen kostümierte „Horror-Clowns“ wie aus dem Nichts auf den Straßen auf und erschrecken die Bürger, zum Teil mit Waffengewalt. Mittlerweile hat es bei einigen Übergriffen auch bereits Verletzte gegeben. Doch wer oder was steckt hinter diesem gefährlichen Trend?

Übergriffe durch Horror-Clowns: Lange Tradition zu Halloween

Der Psychologe Jens Hoffmann sagte der Deutschen Presse-Agentur am 21. Oktober: „Das Erschrecken hat eine lange Tradition, besonders zu Halloween. Das hat sich nun verselbstständigt, da gibt es einen großen Nachahmungseffekt.“ Tatsächlich ist davon auszugehen, dass Übergriffe durch Maskierte am Abend des 31. Oktober noch einmal zunehmen werden: Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, hatte jüngst vor einer Zunahme solcher Attacken an besagtem Tag gewarnt.

Die Angst vor Grusel-Clowns hat kulturelle und emotionale Wurzeln

Doch unabhängig von dem bunten Treiben zu Halloween: Warum fürchten wir uns so sehr vor Clowns? Für den Psychologen Hoffmann ist die Angst vor Clowns zum Teil kulturell tradiert. Der Deutschen Presse-Agentur sagte er: „Figuren, die als kulturell niedlich gelten, werden zu Horror-Wesen stilisiert. Auch in Filmen wird mit solchen Figuren immer wieder gearbeitet.“

1990 zum Beispiel schockierte der Fernseh-Zweiteiler „Stephen Kings Es“ das Publikum mit dem blutrünstigen Horror-Clown „Pennywise“ (Tim Curry), einem kindermordenden Monstrum. Und die vierte Staffel der US-Erfolgsserie „American Horror Story“ präsentierte 2014 mit „Twisty, dem Clown“ (gespielt von John Carrol Lynch), eine Figur, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt: Unberechenbar, schweigsam, extrem brutal. Und absolut schockierend anzusehen. So schockierend war diese Inszenierung, dass sich der Verband amerikanischer Clowns, die „Clowns of America International“, zu einem verurteilenden öffentlichen Statement genötigt sah.

Coulrophobie: Die derzeitigen „Horror-Clowns“ sind Trittbrettfahrer

Dabei bedienen und triggern solcherlei Figuren in den Medien lediglich eine auch von der Psychologie allgemein längst anerkannte und untersuchte Form der Angst: Coulrophobie – die krankhafte Angst vor Clowns. Diese tritt zumeist bei Kindern auf, kann jedoch auch bei Erwachsenen fortbestehen. Vermutet wird, dass die Angst vor Clowns vor allem darin besteht, dass diese aufgrund der dauergrinsenden Maske als emotional undurchschaubar und – wesentlich wichtiger – ihr Verhalten als prinzipiell unvorhersehbar eingeschätzt werden. Dies belegte eine Untersuchung der Universität Sheffield, bei der 250 Kinder befragt wurden. Die derzeitigen „Horror-Clowns“ sind also gewissermaßen – durchaus ernstzunehmende – Trittbrettfahrer, indem sie diese kulturell tradierte Angst ausnutzen und sich einen Scherz daraus machen, andere Menschen auf diese Art zu erschrecken.

Allerdings sind es nicht nur einschlägige Filme oder Bücher der letzten Jahrzehnte, die das Image des Clowns nachhaltig – negativ – verändert haben. Auch reale Kriminalfälle, wie der des John Wayne Gacy, spielen dabei eine nicht zu vernachlässigende Rolle. Gacy gilt bis heute als einer der schrecklichsten Mörder in der Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika. Von seiner Verurteilung im Jahr 1980 bis zu seiner Hinrichtung 1994 saß Gacy im Gefängnis. Und malte: Disneyfiguren, Totenköpfe – und Clowns.

John Wayne Gacy – Wer war der „Killer-Clown“?

John Wayne Gacy (1942-1994) entführte, vergewaltigte, folterte und tötete zwischen 1972 und 1978 mindestens 33 Jungen und junge Männer im Alter zwischen 14 und 21 Jahren. Von den US-Medien erhielt er seinerzeit auch den Spitznamen „Der Killer-Clown“, weil er eine Zeitlang in einem selbstgenähten Clownskostüm für die Demokratische Partei bei Straßenfesten aufgetreten war. Sein „Künstlername“: „Pogo der Clown“.

John Wayne Gacy: „Pogo der Clown“, US-Demokrat – und Sadist

Gacy galt lange Zeit als der vorbildliche Nachbar von nebenan: Er arbeitete in einer Schuhfabrik in Springfield, im US-Bundesstaat Illinois, trat einer Organisation bei, die jungen Arbeitern unter die Arme griff und in der er sogar bis zum Vize-Präsident aufstieg. Später wurde er Manager eines Bekleidungsgeschäfts. 1966 zog er mit Frau und Sohn nach Waterloo in Iowa, wo Gacy die Leitung dreier „Kentucky-Fried-Chicken“-Restaurants übernahm. Ein unbescholtener Bürger. Scheinbar.

Denn schon bald legten sich dunkle Schatten auf das Image des vermeintlichen Saubermanns: 1968 wurde Gacy wegen sexuellen Missbrauchs eines 15-Jährigen zu 10 Jahren Haft verurteilt. Seine Frau reichte die Scheidung ein. Wegen guter Führung wurde Gacy jedoch bereits nach 18 Monaten wieder auf freien Fuß gesetzt und zog aufgrund der Bewährungsauflagen nach Chicago, wo er zuerst in einem Restaurant als Koch anheuerte und schließlich seine eigene Heimwerkerfirma gründete.

„Pogo der Clown“ stieg innerhalb der Demokraten zum Bezirksleiter auf und heiratete ein weiteres Mal. Zu dieser Zeit – am 2. Januar 1972 – hatte er bereits den ersten Menschen auf dem Gewissen.

Betäubt, gefoltert, getötet – Jungen und junge Männer wurden Opfer von John Wayne Gacy

Gacys Taten vollzogen sich nahezu immer nach dem gleichen Muster: Er fuhr mit seinem Auto durch die Gegend, auf der Suche nach minderjährigen Jungen oder männlichen Teenagern, die auf den Strich gingen. Diese überredete der wortgewandte Mann, mit ihm nach Hause zu fahren, um dort Sex zu haben. Oder er versuchte, sie mit dem Versprechen auf einen guten Job zu locken. In seinem Haus machte er sie meist mit Alkohol und Marihuana gefügig, einige betäubte er mit Chloroform.

Sein erstes Opfer erstach er und verscharrte die Leiche des 16-Jährigen unter seinem Haus, das über einen Kriechkeller verfügte. Die Morde wurden von Mal zu Mal brutaler: Gacy fesselte seine Opfer mit Handschellen, fixierte sie und folterte sie auf alle erdenkliche Arten. Schließlich strangulierte er sie zu Tode und vergrub die Leichen an verschiedenen Stellen seines Grundstücks oder warf sie in einen Fluss.

Die Jahre 1976/1977: Im Rausch des Tötens

Gacys Verhalten wurde auch für ihm nahestehende Personen immer seltsamer. 1976 wurde seine zweite Ehe geschieden. In der Folge kam es zu einem sprunghaften Anstieg seiner Taten, die bis 1977 unverändert anhielten. In diesem Jahr gelang es einem Jungen erstmals, zu fliehen, allerdings ging er nie zur Polizei. Das Morden ging also weiter.

Im Dezember ließ Gacy von sich aus eines seiner Opfer gehen, drohte dem 19-jährigen Robert Donnelly jedoch, ihn zu töten, sollte er zur Polizei gehen. Donelly suchte dennoch den Kontakt zu den Behörden. Gacy wiederum stritt alle Vorwürfe ab – die Klage gegen den ehrenwerten Bürger wurde fallen gelassen.

Festnahme im Dezember 1978: Knochenfunde unter dem Haus

1978 ging das Töten vorerst weiter. Obwohl ein weiterer junger Mann mit Spuren von Folterungen bei den Behörden vorstellig wurde und Gacy beschuldigte, wurde auch dieses Mal aufgrund mangelnder Beweise nicht weiter gegen ihn ermittelt. Im Dezember durchsuchte die Polizei aber aufgrund der anhaltenden Fälle vermisster Jungen schließlich doch sein Haus. Die Beamten stellten dort – vor allem in Gacys Kriechkeller – eine Vielzahl belastender Beweise wie menschliche Knochen sicher. Gacy wurde festgenommen und gestand nach und nach die Ermordung von mehr als 25 Menschen. Experten vermuten allerdings, dass die tatsächliche Anzahl seiner Opfer noch weitaus höher sein könnte.

Hinrichtung 1994: Die Menschen fordern den Tod des „Clowns“ John Wayne Gacy

1980 beginnt der Prozess gegen John Wayne Gacy in Chicago. Obwohl die Verteidigung das Argument einer Geisteskrankheit des Angeklagten ins Feld führt, wird er von den Geschworenen einstimmig für schuldig befunden und vom Gericht zum Tode verurteilt. Bis zu seiner Hinrichtung verbringt Gacy jedoch noch 14 weitere Jahre im Gefängnis – wo er zu einer bizarren Erscheinung mutiert, die rund um den Globus von einer nicht gerade kleinen „Fangemeinde“ verehrt wird. Am 10. Mai 1994 wird John Wayne Gacy schließlich durch die Giftspritze hingerichtet. Vor dem Gefängnis skandiert eine aufgebrachte Meute „Kill the Clown!“. Dessen letzte Worte: „Kiss my Ass!“.

http://www.news.de/panorama/855651048/john-wayne-gacy-und-coulrophobie-die-angst-vor-clowns-ist-der-killer-clown-fuer-den-horror-clown-trend-verantwortlich/1/

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