Tschechien kastriert Sexualstraftäter | Polen erlaubt Zwangskastration für Sexualstraftäter

Den Trieb verringern

Sexualstraftäter haben in Tschechien die Wahl: Entweder sie verbringen weite Teile ihres Lebens hinter Gittern oder sie lassen sich kastrieren – und haben so eine Chance auf Freiheit. Die Praxis entzweit die Gemüter.

Von Katrin Materna

Chirurg kurz vor der Arbeit (Stock.XCHNG / Adam Ciesielski)
Chirurg kurz vor der Arbeit (Stock.XCHNG / Adam Ciesielski)
16.06.2011

Martin Krcmar sitzt im Sprechzimmer von Dr. Zelmira Herrova, der Chefärztin der psychiatrischen Klinik in Havlickuv Brod. Der 21-jährige Sexualstraftäter wurde eingeliefert, um von seinen gefährlichen sexuellen Fantasien befreit zu werden. Er hatte ein kleines Mädchen auf ihrem Schulweg bedrängt, es unsittlich berührt.

„Wenn er könnte, würde er wieder eine solche Tat begehen, davon bin ich überzeugt“,“ so die Ärztin. Dr. Herrova rät deshalb dringend zur Kastration.

„“Ich habe über die Kastration nachgedacht, aber ich will das nicht“,“

erzählt Martin Krcmar.

„“Ich habe Angst, dass mich meine Freundin danach nicht mehr will. Und meine Eltern wollen auch nicht, dass ich mich kastrieren lasse, die wollen Enkelkinder.“

Doch Dr. Herrova lässt nicht locker: Sie hält Martin Krcmar für sexuell aggressiv und gemeingefährlich. Und sie hat einen Trumpf in der Hand. Ohne Kastration keine Aussicht auf Freiheit, so die einfache Gleichung.

„Ohne dass wir Ihren Sexualtrieb zuverlässig eindämmen, kann ich es nicht verantworten, dem Gericht zu empfehlen, Sie zu entlassen.“

Die Chefärztin ist von der Kastration als „Therapie-Methode“ überzeugt. Unwahrscheinlich, dass ein kastrierter Täter rückfällig würde, so ihr Argument. Denn bei dem Eingriff werden den Tätern die Hoden chirurgisch entfernt, die Testosteronbildung somit reduziert. Und je weniger Testosteron, desto geringer der Sexualtrieb. Deshalb legt Dr. Herrova ihren Patienten immer wieder nahe, sich dem Eingriff zu unterziehen – oft nur kurze Zeit nach deren Einlieferung.

Jozef Rafael war ebenfalls Patient in Havlickuv Brod, nachdem er eine 12-jährige Haftstrafe wegen Vergewaltigung mit Todesfolge abgesessen hatte. Auch er hat sich kastrieren lassen.

„Dr. Herrova lehnte es ab, mich zu therapieren. Die einzige Möglichkeit sei die Kastration. Freiwillig war das also kaum. Wenn man wieder zurück ins normale Leben möchte, hat man keine andere Wahl.“

Zwar müssen die Patienten den Eingriff selbst beantragen, der Druck sei jedoch enorm, konstatiert auch der Anti-Folter-Ausschusses des Europarates in seinem jüngsten Bericht. Darin wird Tschechien zum wiederholten Male aufgefordert, die Kastrationen zu stoppen. Schließlich seien sie irreversibel und die Nebenwirkungen folgenschwer. Ganz typisch: Depressionen und Osteoporose.

„Ich habe kaum noch Lust auf Sex und deshalb Streit mit meiner Freundin.
Dazu kommen gesundheitliche Probleme, Depressionen, ich nehme viele Medikamente. Ich habe starke Probleme mit dem Rücken, die hatte ich vorher auch nicht.“

Doch in Tschechien findet sich kaum ein Kritiker der Kastrationspraxis. Immerhin seien die ja freiwillig und für die Täter eine Chance auf ein Leben außerhalb der geschlossenen Psychiatrie, so die einhellige Meinung von Fachleuten und Politikern.

weiterlesen:  http://www.deutschlandfunk.de/tschechien-kastriert-sexualstraftaeter-den-trieb-verringern.795.de.html?dram:article_id=119442

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Kommentar: Ich weiß nicht wann in Tschechien dieses Gesetz eingeführt wurde, aber ich weiß von einem authentischen Fall einer Vergewaltigung, die vor ca. 35 Jahren geschehen war.

Eine tschechische Ärztin stieg per Anhalter in den Lastwagen von zwei Fernfahrern, welche sie vergewaltigten. Als sie sich nicht mehr wehren konnte, tat sie so als würde sie mitmachen. Sie lud die beiden sogar zu sich nachhause ein, dort gab sie beiden einen Drink mit starkem Schlafmittel/Betäubungsmittel. Als die beiden im Land der Träume waren, kastrierte sie alle beide fachgerecht.

Die Sache ging vor Gericht und halb Prag war auf die Straße gegangen, sie protestierten dafür, dass die Frau NICHT verurteilt, nicht eingesperrt werden sollte. Wie der Richterspruch letztlich ausgefallen war, weiß nicht.

Erzählt bekam ich diese Geschichte von einem Fernfahrer, welcher diese beiden persönlich kannte, er meinte die seien mit hoher Stimme für alle Zeiten geheilt und lachte sehr darüber. Ich las damals im Kaffeehaus in der Zeitung über die Demonstrationen in Tschechien, der Lastwagenfahrer saß neben mir und erzählte mir die ganze Geschichte, weil er die beiden persönlich gekannt hatte.

Dass Kastraten wirklich eine hohe Stimme haben, ist vermutlich nicht wahr, wird aber gesagt. Auf der Suche, ob vielleicht dieser Vorfall noch zu finden wäre, weil der ganz großes Aufsehen erregt gehabt hatte, fand ich diese beiden Artikel und bin wirklich erstaunt, dass die Kastration zumindest in Polen und Tschechien ein Rechtsmittel geworden ist.

AnNijaTbé am 13.5.2016

Danke Reiner, den Film füge ich gleich hier herein, um kein Missverständnis aufkommen zu lassen, vermute ich, dass die reale Geschichte hier als Vorlage diente:

Große Fallen, kleine Fallen

Eine Anhalterin wird von zwei Männern vergewaltigt. Nach einem Schlag auf den Kopf täuscht die Frau, Lenka, vor, dass sie sich an nichts erinnern kann und lädt die beiden in ihr Haus ein, wo sie sie unter Drogen setzt und als ausgebildete Tierärztin fachmännisch kastriert. Dies ist nur der Anfang von Chytilovás ‚feministischer schwarzer Komödie‘…

weiterlesen: http://munich.czechcentres.cz/programm/detail/trap-trap-fallen1/

http://www.artechock.de/film/text/filminfo/g/gr/grfakl.htm

Große Fallen – Kleine Fallen (Pasti, Pasti, Pasticky)

Im Stil einer Schwarzen Komödie erzählt der Film die Geschichte einer jungen Frau, der auf der Autobahn das Benzin ausgegangen ist und die deshalb versucht, per Anhalter zur nächsten Tankstelle zu kommen. Sie wird von zwei Männern in einem Sportwagen mitgenommen und in einem verlassenen Waldstück vergewaltigt. Eine alltägliche Geschichte, wie man sie oft in der Revolverpresse lesen kann. Aber im Falle von Pasti, Pasti, Pasticky entwickeln sich die Dinge kompliziert, als die junge Frau, die von Beruf Tierärztin ist, beschließt, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Im Namen der Gerechtigkeit und um sicherzustellen, dass künftige Generationen von ähnlichen Ereignissen verschont bleiben, lockt sie die Männer zu sich nach Hause, macht sie betrunken und kastriert sie.

Dass es sich bei den beiden Männern um Honoratioren handelt, die ihre politische Macht ausnutzen, um das Mädchen mundtot zu machen, gibt dem exzentrischen Film einen zusätzlichen Reiz. Solche Rigorosität, ohne dass die siebzigjährige Regisseurin auch nur einen Hauch von Ermüdungserscheinung aufwies, sucht man zur Zeit in den Arbeiten der Jüngeren vergebens.

Vera Chytilova, geboren 1929 in Ostrava, ist die bis heute einzige offen feministische Filmemacherin in Tschechien. Filme u.a.: Strop (1961), Sedmikrasky – Tausendschönchen: Kein Märchen (1966), Ovoce stromu rajskychjime (1969), Kopytem sem, kopyem tam (1989).

http://8.oldenburger-filmtage.de/sa1800tfrk.html

Das Buchcover ist so originell, dass ich es auch hier herein stelle:

Große Fallen, kleine Fallen / Traps ( Pasti, pasti, pasticky ) [ UK Import ]

Pasti, pasti, pastičky (1998) – ukázka

Veröffentlicht am 03.09.2012

Informace o filmu na http://www.sms.cz/film/pasti-pasti-pa…
Komedie, Česká republika, 1998, 124 min.
Režie: Věra Chytilová

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Polen erlaubt Zwangskastration für Sexualstraftäter

Pro Zwangskastration: So wie die Sejm stimmte auch der polnische Senat für das schärfere Gesetz gegen Kindesmissbrauch

22. Oktober 2009, 18:44 Uhr

Neues Gesetz in Polen: Sexualstraftäter, die Minderjährige unter 15 Jahren missbraucht haben, müssen sich nach ihrer Haftentlassung einer Zwangsbehandlung unterziehen.
Pro Zwangskastration: So wie die Sejm stimmte auch der polnische Senat für das schärfere Gesetz gegen Kindesmissbrauch © Bartlomiej Zborowski/dpa

Kinderschänder in Polen müssen sich künftig nach dem Abbüßen ihrer Haftstrafe einer chemischen Zwangsbehandlung unterziehen. Die zweite Parlamentskammer, der Senat, billigte am Donnerstag in Warschau bei nur einer Enthaltung eine entsprechende Änderung des Strafgesetzbuches.

Damit sind die Gerichte verpflichtet, Sexualstraftäter, die Minderjährige unter 15 Jahren vergewaltigt haben oder Inzest mit Kindern begangen haben, für eine obligatorische Behandlung einzuweisen. Bislang oblag die Entscheidung darüber den Richtern, die eventuelle Zwangsmaßnahme anordnen konnten.

weiterlesen: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2009-10/polen-paedophile-kastration

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15 Kommentare

  1. Interessant, diese Geschichte wurde also für eine Komödie verwendet 🙂
    Dass sie auf den Kopf geschlagen und ohnmächtig geworden war, könnte sogar auch real so gewesen sein…? Brutal finde ich die Kastration nicht, die Vergewaltigung hingegen jedoch sehr wohl!

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  2. der Schniedelwutz ist weg

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  3. Im besetzten Deutschen Reich undenkbar.

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  4. Johannes

     /  3. März 2018

    Wenn das Argument kommt, dass man keine Kinder kriegen kann. Was ist mit der Option das Sperma einzufrieren? Sowas geht doch. Das eine Kastration noch andere gesundheitliche Probleme mit sich führt, wusste ich nicht.

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  1. Im Namen des Deutschen VOLKes gibts keinen MigrantenBonus und keinen SyrerBonus | BildDung für deine Meinung

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