Öko-Material: Studenten entwickeln Leder aus Obst-Resten

Fleisch essen ist eine Sache, Tierhäute anziehen eine andere: Auch Nicht-Veganer lehnen das Töten etwa von Krokodilen oder Kleintieren wegen ihrer Haut ab. Warum auch – Kleidung lässt sich problemlos aus Pflanzen herstellen. Auch Leder.

117454Eine Tasche aus Obst-Leder. (Foto: facebook.com/fruitleather.rotterdam/)

Essensabfälle gibt es ohnehin genug, dachten sich die Designer von Fruit Leather Amsterdam. Das Team, das aus Studenten der Willem-de-Kooning-Academie besteht, fand heraus, dass ein großer Rotterdamer Markt jeden Tag mehr als drei Tonnen verfaulter Obst- und Gemüseabfälle wegschmeißen muss. Für die Entsorgung müssen die Händler sogar bezahlen. Aus diesem Problem entstand die Idee, aus den Resten Leder zu produzieren.

Müll wird immer häufiger als wertvoller Rohstoff erkannt, ob Milch oder Bauschutt. Beim alten Obst müssen zunächst die Samen entfernt werden, dann kochen die Designer die Masse auf, damit sie weniger flüssig und frei von Bakterien wird, die das Obst verrotten lassen.

Der Rest des Verfahrens ist geheim, die Masse wird getrocknet und kann dann etwa zur Handtasche verarbeitet werden. Dabei gebe es wohl, so die Designer, noch einige Optimierungsmöglichkeiten. Man wolle das Leder stabiler und resistenter gegen Wasser machen. Bis aus dem Frucht-Leder mehr als bloße Design-Objekte entstehen, kann es also noch etwas dauern.

Mode aus Pflanzen ist in

Mode aus Pflanzen liegt derzeit im Trend. Carmen Hijosa nutzt die Fasern von Ananas-Blättern, um darauf Schuhe, Taschen und Sitzbezüge herzustellen. Suzanne Lee arbeitet mit Bakterien und grünem Tee, um ihre modischen Biomaterialien herzustellen.

Weil es sich bei den Rotterdamer Obst-Gerbern um Designer handelt, gibt es natürlich nicht nur ansprechende Fotos, sondern auch ein passendes Video.

 

weitere Bilder und Video hier:

http://www.fastcoexist.com/3050386/this-leather-purses-didnt-kill-a-cow-its-made-from-fruit#6

 

 

 

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4 Kommentare

  1. Saheike

     /  10. Januar 2016

    Ich bin sicher, daß es auch Methoden gibt, all den Plastikmüll wieder in verwendbare Rohstoffe zu zerlegen, das wird sicher irgendwo bei der UN in einer Schublade verrotten.

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  2. Stoffe aus Hanf wären hoch angesagt!!!!

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