„Machtmensch Putin“ im ZDF – Stimmungsmache der plumpen Art – ganz schlechtes Kino

Kronzeuge aus „Machtmensch Putin“-Doku: „Das ZDF hat mich bezahlt zu lügen“

Veröffentlicht am 22.12.2015

Einer der Kronzeugen der ZDF-Dokumentation „Machtmensch Putin“, die der Mainzer Staatssender kürzlich ausstrahlte, erhebt nun schwere Vorwürfe gegen die Macher des Films. Offenbar machte sich das ZDF-Team nicht selbst die Mühe in den Donbass zu fahren, sondern entschied sich bei in dieser Sache für Outsourcing und beauftragte den russischsprachigen Filmemacher Waleri Bobkow. Dieser wollte seinen Auftrag wohl schnell zu Ende bringen und bezahlte laut dem russischen Sender Rossija 1 einen gewissen Juri dafür, im Film einen russischen Armeeangehörigen namens Igor im Donbass zu spielen. Dadurch sollte belegt werden, dass sich reguläre russische Einheiten in der Ostukraine befinden. Mehr auf unserer Webseite: https://deutsch.rt.com/

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Putin-Maybrit Illner

2006 redete man noch miteinander: Russlands Präsident Wladimir Putin empfängt ZDF-Polittalkerin Maybrit Illner

20.12.2015

Am 15. Dezember sendete das ZDF die Dokumentation „Machtmensch Putin“. Von Wladimir Wladimirowitsch persönlich dazu gezwungen, musste sich die RT Deutsch-Redaktion das Machwerk anschauen und sich mit den zahllosen Verdrehungen im Film auseinandersetzen. Aufgrund der nahezu unüberschaubaren Menge an Fehldarstellungen und Manipulationen eine eher undankbare Mammutaufgabe.

Bereits nach einmaligem Anschauen der neuesten ZDF-Glanzleistung „Machtmensch Putin“ bleibt der Eindruck: Irgendwie ging ein Großteil der Sendezeit für kalauernde personenbezogene Herabwürdigungen und Psychologisierungen zuungunsten des russischen Präsidenten drauf.

Immer wieder ziehen sich als roter Faden – unterlegt von finsterer Gruselmusik – wenig schmeichelhafte Überlegungen zu Putins Persönlichkeit und Privatleben durch die „Dokumentation“. Und nicht nur beim Titel des Films kupfert das ZDF hier von einem seiner früheren „Werke“ ab. Trotz des, dank der GEZ-Zwangsgebühren, gut ausgestatteten Produktionsbudgets des Senders, bestehen weite Teile der Dokumentation „Machtmensch Putin“ aus einem Remix des Anfang des Jahres ausgestrahlten Films „Mensch Putin“.

Quelle: Screenshot ZDF

Da eine reine Wiederholung jedoch wenig Interesse wecken würde, wird die neueste ZDF-Produktion zum Thema Putin und Russland mit einigen besonders reißerischen O-Tönen aufgepeppt. Wie in einer der zahllosen Ranking-Shows des deutschen Privatfernsehens dürfen so etwa Boris Reitschuster und Ben Judah in flotten Einblendungen mit dem Habitus überdrehter Comedians küchenpsychologische Bewertungen in Richtung des russischen Präsidenten abfeuern. „Putin isst gerne Hüttenkäse“, ist ein Langschläfer und sehe sich als eine „Reinkarnation von Ivan dem Schrecklichen und Peter dem Großen“, erfährt man so ohne weitere Kommentierung.

Eine Expertenstimme, die ein etwas weniger voreingenommenes Bild von Putin vermitteln würde, wie etwa der langjärige Kenner und anerkannte Biograph des russischen Präsidenten Hubert Seipel, fehlen in dem äußerst einseitigen Film völlig

Wladimir Putin & Geopolitik – Jung & Naiv: Folge 246

Doch dies würde auch nur das priorisierte pseudo-freudianische Narrativ der Filmemacher stören: Der russische Präsident leite sein Amt quasi in Form eines persönlichen Rachefeldzuges am Rest der Welt, welchem vermeintliche Erniedrigungen in Kindheitstagen zu Grunde liegen, so das Script. Wenn Reitschuster und Judah einen der üblichen James Bond-Bösewichte beschreiben müssten, man würde kaum Unterschiede heraushören können.

So bemängelt auch Anja Bötcher in einer an das ZDF gerichteten Programmbeschwerde, die RT Deutsch vorliegt:

„Die Russische Föderation wird in dem Beitrag dargestellt als ein Land, dessen Regierung lediglich aus seinem dominanten und finsteren Präsidenten besteht, der für seine persönliche paranoide Persönlichkeitsstörung ein ganzes Land in Haftung nimmt und aus einer pathologischen Herrschsucht von der Obsession besessen ist, die europäische Union zu zerstören.“

Wie erwähnt: Die gezielte Pathologisierung Putins, audiovisuell gekonnt in Szene gesetzt, bildet die große Klammer um den Film. Inhaltliche Argumente hingegen sind rar. Dennoch lohnt es sich auf einige Verdrehungen und Falschdarstellungen – zum widerholten Male – einzugehen.

Sinnvoller wäre es jedoch, die ZDF-Verantwortlichen würden einfach mal zu einem guten Buch greifen, wie etwa zu „Wir sind die Guten“ von Mathias Bröckers und Paul Schreyer. Das würde allen Beteiligten Zeit ersparen. Schließlich haben wir bei RT Deutsch eigentlich auch Besseres zu tun, als das alles zum x-ten Male den Verantwortlichen in den deutschen Medien zu erklären.

Auch wäre es hilfreich – wenn man denn schon über die Ukraine und Geopolitik diskutieren will – sich Victoria „Fuck the EU“ Nuland oder den Stratfor-Chef George Friedman und dessen „Cordon sanitaire“ ins Gedächtnis zu rufen.

Die reale – entgegen vorheriger Versprechungen gegenüber Russland – durchgezogene NATO-Osterweiterung in Folge der Wiedervereinigung Deutschlands, wäre ein weiteres zu behandelndes Thema. Man kann mit all dem eigentlich Bücher füllen – und diese sollten auch gelesen werden. Dennoch: einige inhaltliche Gegendarstellungen – jetzt wo wir uns „Machtmensch Putin“ mit all seinen Verdrehungen schon ansehen mussten – formulieren wir natürlich gerne, in der naiven Hoffnung, dass das ZDF bei seiner nächsten Doku vielleicht doch investigative Qualität vor faktenlose Diffamierung setzt:

Die alte Leier der Annexions-Lüge

Bereits nach drei Minuten fährt das Öffentlich-rechtliche mit einer seiner Lieblings-Räuberpistolen in Sachen „Putin ist böse“ auf – der sogenannten „Krim-Annexion“.

„Putin bricht das Völkerrecht. Er besetzt die Krim“, erfährt man von dem Sender eines Staates, der gerade erst eine völkerrechtswidrige Kriegsbeteiligung in Syrien beschlossen hat. Abgesichert wird dieser Vorwurf ausgerechnet durch US-General und Supreme Allied Commander Europe Philip M. Breedlove, der in „Machtmensch Putin“ als Kronzeuge herhalten muss.

Was hinter dieser Behauptung der „Annexion“ steckt, erklärt die annerkannte Osteuropa- und Russlandexpertin Gabriele Krone-Schmalz hier in 120 Sekunden:

Gabriele Krone-Schmalz: Der Begriff „Annexion“ 12.03.2015 – Bananenrepublik

Des Weiteren sei an dieser Stelle auf die Einschätzung von Reinhard Merkel, Professor für Strafrecht und Rechtsphilosophie an der Universität Hamburg, verwiesen:

weiterlesen: https://deutsch.rt.com/meinung/36046-machtmensch-putin-im-zdf-stimmungsmache/

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