Der Geist der Deutschen ist nicht besiegbar – so sagt die Hoffnung – was sagt die Geschichte?

Deutsche

Ich frag, wo ist der teütschen mut?
Wo ist das alt gemut und sin?
Ist gfaren nun all mannheit hin?

(Hutten)

?

Hutten hat mehr als gut erkannt in welcher Gefahr sich die Deutschen durch die Päpste befinden.

Ich muss eigentlich nicht dazu sagen, dass mir das Bewusstsein, der UR-Deutschen Völker gefällt, was ist aber nach dem Eindringen Roms davon noch übrig geblieben. Ist es den Päpsten gelungen diese stolzen Völker in die Knie zu zwingen, um den „Schein“ anzubeten, statt an den Gott der in Ihnen drinnen wohnt sich zu erinnern?

Was ist jetzt mit den Abtrünnigen, Eingekauften, deren Gewissen der Kirche statt Gott gehört, werden sie sich besinnen und zu sich selbst finden, oder immer wieder einen Canossagang für die zweifelhafte Macht machen, um sich zu unterwerfen?

Wäre das nicht grässlich unwürdig?

Heute sieht der Geist der Deutschen jedenfalls so aus, das können wir doch nicht wollen – Essen aus dem Container und Monsantos Genscheiß am Feld 😦

AnNijaTbé am 1.4.2015

Containern

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»Der Geist in den Deutschen schmeckt den Romanisten nit fast wohl«, schreibt Hessus in einem Dialog aus der Reformations-Zeit.
»Denn weil sich die römischen Spitzbuben dahin begeben, und wie sie allezeit sich beflissen haben, die Sprachen zu verwirren, dass der Spitzbube zu Rom Rothwelsch antwortet, wo der Kaiser und des Reiches Stände schlecht Deutsch reden, so werden sie in der Sprache nimmermehr einig, schweige, dass ein Konzilium werden könne.«

Warum sollen die Deutschen lateinisch beten? – Nachdem sie deutsch exerzieren, dreinschlagen, fluchen, lieben und trinken! – Ist die Sprache Meister Eckharts, des Schöpfers der deutschen Mystik, zu gering?

»Latein ich einst geschrieben hab,
das war einem jeden nit bekannt.
Jetzt schrei ich an das Vaterland
Deutsche nation in ihrer Sprach
zu bringen dissen Dingen Rach«,

– schrieb Hutten,

Aber deutsche Sprache war den Päpsten beim katholischen Priester ebenso verhaßt, wie deutsche Ehe, weil beides die mächtigsten Hilfsmittel sind, eine Religion zu nationalisieren, und sie vom Papst freizumachen.

Paul V. verlangte vom Kaiser Ferdinand, es seien in Deutschland nur päpstliche Druckereien zu dulden. – Im Lande der Erfindung der Buchdruckerkunst ein solches Verlangen ernsthaft gestellt haben zu können, beweist allein den unglaublichen Servilismus der Deutschen.
Wenigstens hier antwortete der Kaiser, Seine Heiligkeit sei wohl – krank.

Zu Huttens Zeiten, 1514, verbot Papst Leo X. durch eine Bulle, daß der Tacitus in Deutschland gedruckt werde »auss keiner anderen Ursach, auf dass der Römisch Drucker desto mehr gwinn«. –

Hutten fragt den ängstlichen Drucker zu Mainz, der meinte, wenn er gegen des Papstes Verbot handle, »des Teufels zu sein«, ob er sich auch vom Papst verbieten lasse, »Weyngarten zu arbeiten, Wasser zu drinken etc.« – Ihr lacht?! – Laßt Ihr Euch denn nicht heutigen Tags noch viel mehr vom Papst verbieten?: die Art Eures Denkens, die Art Eures Handelns, Eure Entscheidung im Reichstag, Eure Gebete, die Lehre über den Kaiser, ob Ihr dem Lande gehorsam sein, ob Ihr in den Krieg ziehen sollt, den Umfang Eures Glaubens, die Lehre über den Papst, das Dogma seines weltlichen Territoriums, das Urteil über die Jesuiten, die Einrichtung Eures Gewissens. – Sind das nicht tausendmal schlimmere Sachen als »den Tacitus drucken«?

Euer Leib, Deutsche, der ist in Deutschland in der Schänke, oder sonstwo; aber Euer Geist, der geht immer noch nach Canossa. –
Spurlos sind an Euch die Tage von 1870/71 vorübergegangen. Ja, einige behaupten, Ihr hättet Euch damals besiegt empfunden, weil Frankreich katholisch war. Und als bald darauf Preußen den Versuch auf Euer Deutschtum, auf Euren Patriotismus machte, stemmtet Ihr Euch mit Händen und Füßen entgegen, erklärtet, Euer König sei der Papst, und wenig fehlte, Ihr wäret, wie zur Zeit Gregors VII., über Euern Landesherren hergefallen. Nicht an Euch lag’s, nur an Pius IX., der nicht wie Gregor in großer Politik, sondern in sanfter Mariologie machte. – Ich weiß, daß es heute unter Euch ehrliche Deutsche, brave Patrioten gibt; aber warum schweigt Ihr? –

Der Papst unterdrückte alles. Der Papst will nicht haben, daß in der katholischen Kirche Deutschlands Deutsch gesprochen wird. Also kuscht Euch, Deutsche, wie ihr es seit tausend Jahren gewohnt seid.

»Alle freien Deutschen ich vermahn,
zu sein in diesem Schimpf bereit,
dass geholfen werd’ dem ganzen Land,
und ausgetrieben Schad und Schand.
Und hör nit auf, ich schrei und gilf,
bis man der Wahrheit kommt zur Hilf,
und schicket sich zu diesem Krieg;
wer weiß, ob ich noch unterlieg«,

sagte schon Hutten.

Wollen die Deutschen zusammentreten und ein Gesetz unter sich machen, gehe es nun über Holz oder Schmalz, über Bücher oder Waffen, über Gefängnisse oder Gedanken, so ist eine große Partei da, die deutschen Namen trägt, die erklärt, sie müsse erst anderweitig Kunde einholen, da ihr eigenes Gewissen für sie nicht ausreiche. – Darauf rennen sie keuchend nach Rom, schellen an der Glocke des Vatikan und stellen sich in die Positur der Gottes-Verehrung. Dort tritt dann ein Greis heraus, beladen mit dem Fluch tausendjähriger Hurerei, Menschenverstümmelung, Lug und Trug, Mord und seelischer Vergiftung, und behaftet mit dem untilgbaren Geruch lüsterner, orientalischer Perversität; und auf die Frage dieser blondsträhnigen, biederen Deutschen, von denen vielleicht jeder noch eine Portion Ehrlichkeit abgeben könnte, ohne entfernt an den seelischen Schmutz des Obenstehenden hinzureichen, auf ihre Frage an ihren Gewissensgebieter: Wie denkst Du über Holz oder Schmalz? Wie denkst Du über Bücher und Waffen, und wie über Gefängnisse oder Gedanken? – antwortete der ehrwürdige Greis mit dem Jesuiten-Gift zwischen den Zähnen: Wartet, freundliche Deutsche! Wir wollen uns erst drinnen mit unseren Freunden benehmen, und über das, was Euren Gewissen am besten frommen möchte, uns beraten. –
Und den deutschen Köpfen fallen die blonden Strähnen auf die Erde, und sie warten, was drinnen die Römer ihrem, dem deutschen Gewissen, welches eine ihrer kostbarsten, ursprünglichsten Eigenschaften gewesen sein soll, vorschreiben werden.

Auch im deutschen Reichstag sitzt so eine päpstliche Kohorte, eine Art vatikanischer Schweizer, die mit der Hellebarde im Maul herausfahren und sagen: Wir wollen nichts wissen von Kaiser und Reich. Auch der Erbfeind der Deutschen, die Franzosen, gehen uns nichts an. Wir sind nur aus Zufall in Deutschland geboren. Wir sind päpstlich. Mag das Reich in Trümmer gehen, wenn nur der Papst gerettet wird.

»Sie wollen bei des Papstes Heiligkeit stehen
Und sollte Deutschland ganz untergehen,
Das haben sie beschlossen«,

sangen die Stralsunder.

Sein weltliches Territorium ist uns wichtiger als Brandenburg oder Bayern. Und die römische Campagna wichtiger als Kurhessen oder Sachsen. Mag der Rhein von den Franzosen genommen werden, wenn nur der Tiber dem Papst bleibt. Dieser Pfaffe verfügt gänzlich über unser Gewissen. Er ist unser Befehlshaber und unser Gott. Ihm empfehlen wir unsere Seele beim Zu-Bett-Gehen, und beim Aufstehen, und des Tags über. Wir sind nur Deutsche, um für den Mann in Rom, der Gott ist, in Deutschland zu agitieren. Und nur soweit sind wir Deutsche. Die lateinische Sprache des römischen Gottes, wenn er offiziell spricht, ist uns wichtiger als Euer Goethe und Schiller, die Heiden waren und in heidnischer Sprache schrieben. Wir ruhen nicht eher, als bis der Papst über alle deutschen Gewissen gebietet und auch in irdischen Dingen ein Wort mitzureden hat; bis die deutsche Regierung, wie einst Friedrich Barbarossa, vor IHM zu Boden fällt und IHM den Fuß küßt. Dies zu erreichen ist Pflicht eines jeden ehrlichen, braven, wahren Deutschen.

http://gutenberg.spiegel.de/buch/-228/7

»Und haben bracht in unser Land,
das vor den Deutschen unbekannt,
da habens uns beflecket mit.
Wer war der erst, dazu je riet,
dass man ein Römisch Weis‘ annähm?
Je mehr ich sag, je mehr ich schäm«,

– sagt Hutten weiter.

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2 Kommentare

  1. Saheike

     /  2. April 2015

    Der deutsche Geist ist wie eine Weide und nicht wie eine Kiefer, man kann ihn beugen, aber nicht brechen.

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