Ukraine im News-Ticker

Ist nun das, was das ukrainische Volk haben will passiert?

+++ Ukraine im News-Ticker +++Präsident Pooschenko kündigt Waffenruhe an

Thomson Reuters Ukraine: Poroschenko als neuer Präsident vereidigt

Die Kämpfe zwischen den Regierungstruppen und Separatisten toben heftiger denn je. Kiew spricht von inzwischen 300 toten Rebellen im Osten des Landes. Vitali Klitschko würde dennoch auf Wladimir Putin zugehen – unter Bedingungen. Die Entwicklungen im News-Ticker.

+++ Weißes Haus: Informelles Treffen Obama-Putin +++

+++ Präsident Poroschenko kündigt Waffenruhe an +++

+++ G7-Staaten fordern vier Punkte von Russland und drohen mit weiteren Sanktionen +++

19.14 Uhr:  Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko kündigt eine Waffenruhe für die Ostukraine an. „Wir sollten in dieser Woche das Feuer einstellen“, so Poroschenko nach Angaben der Agentur Interfax am Sonntag in Kiew.

17.35 Uhr: Unter akutem Zeitdruck setzen Russland und die Ukraine ihre Verhandlungen über ein Ende des Streits um Erdgaslieferungen am heutigen Sonntagabend (19 Uhr) in Brüssel fort. Dies teilte die EU-Kommission mit. Am morgigen Dienstag läuft eine vom russischen Staatskonzern Gazprom gesetzte Frist für ausstehende Zahlungen der Ukraine ab. Dann könnte Gazprom die Lieferungen an die Ukraine einstellen. Kiew schuldet dem russischen Staatskonzern noch immer 1,45 Milliarden Dollar.

14.33 Uhr: Prorussische Separatisten haben Samstagabend und Sonntagmorgen offenbar den internationalen Flughafen von Lugansk angegriffen, der als eine der wenigen Einrichtungen in der ostukrainischen Region unter Kontrolle der ukrainischen Streitkräfte steht. „Sie versuchen offensichtlich, das Gebäude für die Stromversorgung des Flughafens zu zerstören“, sagte einer der Soldaten, die den Flughafen verteidigen, der Nachrichtenagentur AFP. Nach seinen Angaben wurde von seiner Truppe niemand verletzt. Von Seiten der Separatisten wurden die Angriffe zunächst nicht bestätigt. Wegen der instabilen Lage in der Region ist der Flughafen seit rund einem Monat geschlossen.

14.22 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer hat angesichts des Konflikts in der Ukraine vor einer Gefährdung der europäischen Einigung gewarnt. „Sie ist die genialste Idee der Nachkriegsgeschichte“, sagte der CSU-Chef beim 65. Sudetendeutschen Tag in Augsburg. Auch in der Ukraine trete eine Mehrheit des Volkes für europäische Werte ein. Wie bereits am Vortag Bayerns Sozialministerin Emilia Müller (CSU) betonte Seehofer, dass dennoch die Einhaltung des Völkerrechts in Europa auch heute noch nicht selbstverständlich sei. Die Annexion der Krim durch Russland dürfe nicht akzeptiert werden, forderte er. Krieg sei dabei aber kein Mittel zur Überwindung von Konflikten. 

13.19 Uhr: Kurz vor Ablauf eines russischen Ultimatums zu Gaslieferungen an die Ukraine wollen die beiden Nachbarländer ihre Verhandlungen zum Energiepreis fortsetzen. An den Gesprächen am Montag in Brüssel werde auch EU-Energiekommissar Günther Oettinger teilnehmen, teilte das russische Energieministerium am Sonntag mit. Russland hat gedroht, der Ukraine den Gashahn zuzudrehen, sollte die Regierung in Kiew ausstehende Rechnungen nicht bis Dienstag beglichen haben. Ein solcher Schritt hätte vermutlich auch Folgen für die Energieversorgung der Europäische Union. Die EU-Staaten decken rund ein Drittel ihres Gas- und Ölverbrauchs mit Lieferungen aus Russland, rund die Hälfte davon strömt durch Pipelines durch die Ukraine.

Die beiden Länder sind uneins, wie viel die staatliche ukrainische Gasgesellschaft Naftogaz dem staatlichen russischen Monopolisten Gazprom für Lieferungen schuldet und wie hoch der künftige Gaspreis sein soll. Naftogaz beziffert die Schulden von 2013 bis zum 1. April 2014 auf 2,2 Milliarden Dollar. In der vergangenen Woche hat die Ukraine bereits 786 Millionen Dollar beglichen. Russland geht hingegen von insgesamt 4,46 Milliarden Dollar aus. Weitere Gespräche hatten zu Wochenbeginn in Berlin keine Einigung gebracht.

11.44 Uhr: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat die ukrainische Regierung vor unverhältnismäßigen Militäraktionen gegen die prorussischen Separatisten im Osten des Landes gewarnt. „Das Ergebnis militärischer Operationen in der Ost-Ukraine darf nicht sein, dass die Separatisten noch mehr Zulauf bekommen“, sagte Steinmeier dem „Tagesspiegel am Sonntag“. In der angespannten Lage sei es „klug, beim Einsatz militärischer Mittel vorsichtig und mit Augenmaß vorzugehen“.

Zugleich forderte der Außenminister auch Beiträge Russlands zur Stabilisierung der Ukraine: Es sei „ganz wichtig, dass Moskau öffentlich die territoriale Einheit der Ukraine stützt und alle Bestrebungen zur Abtrennung ablehnt“. Beide Seiten müssten die gemeinsame Grenze sichern, um einen Zufluss von Waffen und Kämpfern aus Russland in den Osten der Ukraine zu verhindern. Russlands Verhalten in dem Konflikt habe sich „spürbar verändert“, sagte Steinmeier.

10.51 Uhr:  Kremlchef Wladimir Putin hat nach einem Treffen mit dem neu gewählten ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko ein Ende des Militäreinsatzes in der Ostukraine gefordert. „Diese Operation sollte sofort beendet werden. Es sollte umgehend eine Waffenruhe eintreten“, sagte Putin am Freitag der Agentur Interfax zufolge im französischen Deauville. Erst dann könne ein Verhandlungsprozess beginnen, sagte Putin. 

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dpa/Christophe Ena Wladimir Putin und der neue ukrainische Präsident Poroschenko bei der D-Day-Feier.

„Die Verhandlungspartner in diesem Fall sollten aber nicht Russland und die Ukraine sein, weil Russland nicht an dem Konflikt beteiligt ist, sondern die Anhänger einer Föderalisierung im Osten“, sagte Putin. Das habe er auch seinen Gesprächspartnern am Rande der Feiern zum 70. Jahrestag der Truppenlandung der Alliierten im Zweiten Weltkrieg in der Normandie gesagt. 

Sonntag, 8. Juni: 9.22 Uhr: Die USA gewähren der Ukraine, Moldawien und Georgien zusätzliche Finanzhilfen und weiten damit ihre Unterstützung für westlich orientierte Länder an Russlands Grenze aus. Vizepräsident Joe Biden gab die Hilfen am Samstag bei einem Besuch in Kiew anlässlich der Amtseinführung des neuen Präsidenten Petro Poroschenko bekannt. Die Ukraine soll demnach 48 Millionen Dollar erhalten, Moldawien acht und Georgien fünf Millionen. Die Geldspritzen müssen allerdings zunächst noch vom Kongress abgenickt werden.

18.16 Uhr: Bundespräsident Joachim Gauck hat in Kiew dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko zum Amtsantritt gratuliert und den Maidan – den Ort der proeuropäischen Proteste – besucht. Bei seinem Besuch auf dem zentralen Unabhängigkeitsplatz am Samstag erinnerte Gauck auch an die mehr als 100 Toten der Maidan-Revolution. Anders als bei der friedlichen Revolution in der DDR habe es hier Blutvergießen gegeben, sagte der ehemalige Bürgerrechtler.

15.57 Uhr: Nach der Amtsübernahme des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko hat sich US-Außenminister John Kerry zuversichtlich zu einer baldigen Entspannung des Konflikts mit Russland gezeigt. Er hoffe, dass schon „in den kommenden Tagen“ Schritte zum Abbau der Spannungen unternommen würden, sagte Kerry am Samstag.

13.31 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin hat am Samstag eine verstärkte Überwachung der Grenze zur Ukraine angeordnet. Putin habe die Grenztruppen angewiesen, die Kontrollen zu verstärken und illegale Grenzübertritte zu verhindern, erklärte der Kreml laut russischen Nachrichtenagenturen. Die G-7-Staaten hatten Russland am Donnerstag unter anderem aufgefordert, „den Zustrom von Waffen und Aktivisten über die Grenze zu beenden“.

12.53 Uhr: Poroschenkos erste Rede als ukrainischer Präsident hat ein positives Echo hervorgerufen. Besonders die Ankündigung, er wolle nun in die von blutigen Kämpfen erschütterte Ostukraine reisen, um dort im Raum Donezk einen Friedensplan vorzustellen. „Ich will keinen Krieg“, betonte Poroschenko. „Ich strebe nach Frieden und nach Einheit der Ukraine. Deshalb beginne ich meine Arbeit mit dem Vorschlag eines Friedensplans“, sagte er.

11.10 Uhr: In seiner Antrittsrede hat sich Poroschenko für eine baldige Mitgliedschaft seines Landes in der Europäischen Union ausgesprochen: „Es ist die Zeit gekommen, eine neue und moderne Ukraine zu errichten.“ Die Gäste in der Obersten Rada erhoben sich von ihren Sitzen und applaudierten dem 48-Jährigen bei seinem Bekenntnis zu Europa. Niemand habe das Recht, die Ukraine auf ihrem Weg in die EU zu stören, sagte der MilliARDär angesichts von Versuchen Russlands, den Westkurs der Ex-Sowjetrepublik zu bremsen.

09.59 Uhr: Poroschenko hat in seiner Antrittsrede einen Kompromiss mit Russland hinsichtlich der Zugehörigkeit der Schwarzmeerhalbinsel Krim zu seinem Land ausgeschlossen. „Die Krim war und bleibt ukrainisch“, zudem sei die Ausrichtung der Ukraine in Richtung der Europäischen Union nicht verhandelbar, sagte der 48-Jährige nach der Vereidigung im Parlament in der Hauptstadt Kiew. Russland hatte sich die Krim im März nach einem umstrittenen Referendum einverleibt, was international nicht anerkannt wird.

09.46 Uhr: An der Zeremonie nahmen zahlreiche ausländische Staatsgäste teil, darunter Bundespräsident Joachim Gauck, EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und US-Vizepräsident Joe Biden. Russland war auf diplomatischer Ebene vertreten, eine direkte Einladung an Präsident Wladimir Putin war nicht ergangen. Aus Weißrussland nahm Staatschef Alexander Lukaschenko teil. Für Gauck war es das erste Mal, dass er als Präsident an der Amtseinführung eines Kollegen teilnahm. Dies galt als Zeichen der Unterstützung für die Ukraine, deren Verhältnis zu Russland nach der Annexion der Schwarzmeerhalbinsel Krim stark angespannt ist. Im Osten des Landes kämpft die Armee weiterhin gegen bewaffnete prorussische Separatisten.

Samstag, 7. Juni, 09.25 Uhr:  Der neue ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat offiziell sein Amt angetreten. Der 48-Jährige legte am Samstag in einer feierlichen Zeremonie im Parlament in der Hauptstadt Kiew seinen Amtseid ab. Poroschenko hatte die Präsidentschaftswahl Ende Mai auf Anhieb deutlich gewonnen und soll das Land nun aus der Krise führen.

15.56 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin und sein US-Kollege Barack Obama haben sich am Rande der D-Day-Feiern nach Kremlangaben für ein schnelles Ende der Gewalt in der Ostukraine ausgesprochen. Das Weiße Haus hatte zuvor von einem kurzen „informellen Gespräch“ gesprochen. Der Kreml teilte dazu mit: „Obwohl das kein eigens angesetztes Treffen war, hatten die Staatsoberhäupter die Möglichkeit, ihre Meinungen über die Lage in der Ukraine auszutauschen – und auch über die Krise in der Ostukraine“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge.

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dpa Bei den D-Day-Feierlichkeiten trafen auch Wladimir Putin und Barack Obama aufeinander

15.32 Uhr: US-Präsident Barack Obama und Kremlchef Wladimir Putin haben sich am Rande der D-Day-Feierlichkeiten zu einem „informellen Gespräch“ getroffen. Das teilte das Weiße Haus am Freitag in Washington mit. Sie sollen während des Mittagessens etwa 15 Minuten miteinander gesprochen haben.

14.14 Uhr: Historisches Aufeinandertreffen: Bei den heutigen Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Landung der alliierten Truppen in der Normandie haben der neue ukrainische Präsident Poroschenko und Russlands Präsident Putin erstmals miteinander gesprochen. Das Treffen dauerte rund eine Viertelstunde und war von Frankreichs Präsident Hollande initiiert worden. Thema war die angespannte Lage in der Ostukraine. Ein Reuters-Reporter beobachtete zudem, wie Putin, Poroschenko und Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen das Schloss von Benouville betraten und dabei miteinander sprachen.

11.27 Uhr: Apropos, Hände reichen: Während Vitali Klitschko erklärt hat, dass er Wladimir Putin die Hand reichen würde, wenn es der Stabilisierung der Ukraine dient (siehe Beitrag von 07.30 Uhr), haben der britische Premier Cameron und Kanzlerin Angela Merkel bereits in der Realität ihren Standpunkt zum Händeschütteln mit Putin abgegeben: Während Merkel dem russischen Präsidenten bei einem Treffen anlässlich der D-Day-Gedenkfeiern die Hand reichte, verwehrte ihr britischer Kollege ihm am Vorabend einen Händedruck.

09.22 Uhr: Umfrage unter Deutschen: Mit Blick auf die Ukraine-Krise sind neun von zehn Bürgern (89 Prozent) der Meinung, dass die westlichen Staaten weiterhin im Gespräch mit Russland bleiben sollen. Nur neun Prozent sind der Auffassung, dass Moskau so weit wie möglich isoliert werden sollte. Dies geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des ARD-Deutschlandtrends hervor. 74 Prozent der Befragten sind aber trotzdem der Auffassung, dass man Russland nicht vertrauen könne.

In der Nato wird momentan darüber diskutiert, wie die osteuropäischen Mitgliedsländer vor möglichen Bedrohungen aus Russland geschützt werden können. Eine verstärkte Truppenpräsenz der Nato in osteuropäischen Ländern lehnen drei von vier befragten Bundesbürgern ab. Lediglich 21 Prozent würden sie befürworten.

07.30 Uhr: Im Gegensatz zur neuen ukrainischen Führung plädiert der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, für Verhandlungen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Wenn dadurch die Lage in der Ost-Ukraine beruhigt und das Blutvergießen gestoppt werde, „würde ich mit Putin reden“, sagte der frühere Box-Champion zu FOCUS. Auf die Frage, ob er Putin die Hand geben würde, antwortete Klitschko: „Wenn davon die Stabilisierung der Situation in der Ukraine abhängen würde – dann ja.“  Klitschko machte den gestürzten ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch „und Leute aus seiner Umgebung“ für die Eskalation der Lage im Osten des Landes verantwortlich. „Putin unterstützt sie“, sagte er FOCUS. In Putins Macht liege es, die Eskalation zu stoppen. „Das fängt schon bei dem Medienkrieg an, den die russischen TV-Sender führen. Sie heizen den Konflikt von außen an. Und Russland liefert Waffen, schleust Söldner ein.“

Klitschko rief den Westen auf, „die imperialistischen Gelüste Russlands“ zu stoppen. „Hier geht es nicht nur um die Verteidigung der Ukraine“, betonte er in FOCUS. „Es geht auch um die Verteidigung der demokratischen Prinzipien und der Interessen des Westens. Was hier geschieht, ist ein Präzedenzfall für eine absolute Missachtung multilateraler Verträge und des internationalen Rechts.“

Als Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt wolle er die Untersuchungen über die Todesschüsse auf dem Majdan vorantreiben und die Korruption bekämpfen, sagte Klitschko FOCUS.  „Das wichtigste Mittel im Kampf gegen die Korruption ist die Öffentlichkeit und transparente Machtstrukturen. Hier werde ich ansetzen.“

 

dpa Vitali Klitschko wird als Bürgermeister von Kiew vereidigt – Bild

Freitag, 6. Juni, 01.05 Uhr: Beim Treffen mit dem russischen Präsidenten Putin in Paris habe Cameron „einige sehr klare und sehr deutliche Botschaften“ übermittelt, sagte eine Sprecherin der Downing Street in London. Das Gespräch habe eine Stunde gedauert. Laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax gab es zwischen den beiden Staatsmännern keinen Händedruck zu Beginn des Treffens. 

23.34 Uhr: Der britische Premierminister David Cameron hat Russlands Präsidenten Wladimir Putin aufgefordert, den neugewählten Staatschef der Ukraine formell anzuerkennen und mit ihm zusammen zu arbeiten. Der derzeitige Status Quo sei „inakzeptabel und muss sich ändern“, zitierte die BBC den britischen Premier am Donnerstagabend. Moskau müsse den designierten ukrainischen Staatschef Petro Poroschenko anerkennen. „Wir benötigen Deeskalation“, sagte Cameron.

21.26 Uhr: Frankreichs Präsident François Hollande hat sich in Paris mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin getroffen. Die beide Staatschefs kamen am Donnerstagabend im Élysée-Palast zusammen. Hollande hatte zuvor erneut betont, dass er Putin als Gastgeber der Feierlichkeiten zum Jahrestag des Alliierten in der Normandie 1944 empfange. Putin war zuvor mit dem britischen Premier David Cameron ebenfalls in Paris zusammengekommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich an diesem Freitag in Deauville mit dem Kremlchef treffen. Bedingt durch die Feiern in der Normandie begegnet Putin erstmals seit dem Anschluss der Schwarzmeerhalbinsel Krim an Russland wieder führenden westlichen Politikern. 

20.49 Uhr: Russlands Außenminister Lawrow fordert von den USA, Einfluss auf den neuen ukrainischen Präsidenten Poroschenko zu nehmen. Damit solle die „Anti-Terror-Operation“ gegen prorussische Aufständische im Osten der Ukraine beendet werden, sagte Lawrow in Paris nach einem Treffen mit US-Außenminister Kerry. Die Operation laufe aus dem Ruder, so Lawrow. „Es sterben mehr und mehr friedliche Menschen.“

20.41 Uhr: Außenminister Frank-Walter Steinmeier reist nach Angaben aus Moskau erstmals seit der Eskalation der Ukraine-Krise wieder nach Russland. Der SPD-Politiker berate am Dienstag (10. Juni) in St. Petersburg mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow sowie dem polnischen Außenminister Radoslaw Sikorski über die Lage in der Ukraine. Das kündigte Moskaus Außenamtssprecher Alexander Lukaschewitsch am Donnerstag an. Bei den Gesprächen solle es darum gehen, wie das Blutvergießen in der Ukraine beendet und ein politischer Dialog in Gang gesetzt werden könne. Steinmeier war zuletzt Mitte Februar in Moskau gewesen – zu seinem Antrittsbesuch.

20.23 Uhr: Der russische Präsident Putin trifft den britischen Premierminister Cameron am Flughafen Charles-de-Gaulle in Paris, wie aus Flughafenkreisen verlautet. Es ist das erste Treffen Putins mit einem westlichen Politiker seit der russischen Krim-Annexion und dem Beginn der Ukraine-Krise mit Ausnahme eines Gesprächs mit dem Schweizer Präsidenten Didier Burkhalter.

19.30 Uhr: Bundeskanzlerin Merkel verspricht dem künftigen ukrainischen Präsidenten Poroschenko breite deutsche Unterstützung. Bei einem Treffen im Kanzleramt sagte Merkel, die Ukraine befinde sich nach wie vor in einer sehr schwierigen Lage. Deshalb wolle Deutschland sehr hilfreich sein. Ziel sei, dass bald alle Menschen in der Ukraine unter friedlichen und sicheren Bedingungen leben könnten und die wirtschaftliche Entwicklung einen guten Verlauf nehme. 

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dpa Merkel empfängt Poroschenko im Kanzleramt

18.45 Uhr: Die Krim-Angliederung kommt Russland teuer zu stehen. Auch zwei Monate nach der Eingliederung in das russische Territorium müht sich die Führung in Moskau, zumindest die Grundbedürfnisse ihrer neuen Bürger zu befriedigen. Vor allem Wasser und Strom erhält die Krim bisher größtenteils aus der Ukraine. Der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew wirft der Ukraine vor, mit ihrer Wasserpolitik billig Rache zu nehmen. Die Behörden des Nachbarlandes dagegen erklären, das Wasser fließe weiter in Richtung Krim. Sie sagen aber nicht, wie viel.

17.53 Uhr: Russland weist erneut die Vorwürfe des Westens zurück, die Separatisten im Osten der Ukraine zu unterstützen. Eine Sprecherin des Moskauer Außenministeriums sagt: „Die gegenstandslosen Behauptungen der ukrainischen Behörden, mit Waffen beladene Laster würden die Grenze passieren, ist abgefeimt.“

17.18 Uhr: US-Präsident Barack Obama fordert Russland auf, den neuen ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko anzuerkennen. Sein Kollege Wladimir Putin solle mit der ukrainischen Regierung zusammenarbeiten und Provokationen entlang der Grenze unterlassen. Andernfalls müsse Russland mit verschärften Sanktionen rechnen, warnt Obama auf einer Pressekonferenz zum Abschluss des G7-Gipfels in Brüssel. Die kommenden Wochen wolle er aber zunächst abwarten, was Putin tue.

17.14 Uhr: US-Verteidigungsminister Chuck Hagel bekräftigt angesichts der Ukraine-Krise die militärische Partnerschaft zwischen den USA und Rumänien. Die USA wollten mit Rumänien vor allem die Kooperation der Luftwaffe verstärken, sagte Hagel bei einem Treffen mit seinem rumänischen Kollegen Mircea Dusa und mit Ministerpräsident Victor Ponta in der rumänischen Schwarzmeer-Hafenstadt Constanta. Ein ähnliches Luftwaffen-Programm mit Polen habe bereits gute Ergebnisse gebracht.

17.02 Uhr: Ob Russland zurück in den Kreis wichtiger Industriestaaten zurückkehren wird, ist völlig offen. Nach Angaben von Bundeskanzlerin Merkel ist die Rückkehr Russlands in die G8 kein Thema beim G7-Gipfel in Brüssel. „Wir haben einfach als G7 getagt, und da hatten wir so eine volle Tagesordnung, dass wir uns damit nicht beschäftigt haben“, sagte Merkel. 

16.52 Uhr: Bundeskanzlerin Merkel lobt die russische Annäherung an den ukrainischen Präsidenten. Nach neuen Sanktionswarnungen der G7-Staaten sagt Merkel: „Allein diese Tatsache, dass ich jetzt gelesen habe, dass Russland auch zur Inauguration in der Ukraine einen Botschafter entsendet, zeigt natürlich, dass eine bestimmte Form der Anerkennung stattfindet.“ Sie betont, dass die USA und die EU Lösungen durch Gespräche mit Russland wollten und es nicht um Drohungen gehe.

16.32 Uhr: Der ukrainische Grenzschutz teilt mit, dass es wegen der „Konzentration einer großen Zahl von Terroristen in den grenznahen Gebieten und Ortschaften Krasnodon und Swerdlowsk“ schwierig sei, „die Kontrolle über die Linie der Staatsgrenze an einzelnen Abschnitten aufrechtzuerhalten“. Die Industrie- und Handelskammer von Lugansk teilt mit, dass die Grenzübergänge Dolschanski und Tscherwonopartisansk aufgrund fehlender Grenzsoldaten geschlossen seien. Ex-Innenminister Juri Luzenko spricht in einem Eintrag bei Facebook von 130 Kilometern unbewachter Grenze und einem angeblich erneuten Durchbruch von 15 Lastwagen mit Bewaffneten aus Russland, berichtet die Nachrichtenagentur dpa.
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Ein Kommentar

  1. Hat dies auf lotharhschulte rebloggt.

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