Pithovirus sibericum – 30.000 Jahre alte Riesenviren entdeckt

Ur-Viren zum Leben erwecktGefahr im Permafrost: Forscher tauen Riesen-Viren auf

Urzeit, Ewiges Eis, Sibirien, Permafrost, Forschung, VirusMontag, 03.03.2014, 21:05

dpa Eine undatierte mikroskopsche Aufnahme zeigt einen Pithovirus. Forscher haben das 30 000 Jahre alte, bislang unbekannte Riesenvirus aus dem Permafrostboden zum Leben erweckt.
30.000 Jahre schlummerten sie unentdeckt im Permafrostboden: Forscher haben bisher unbekannte Riesenviren zum Leben erweckt. Die Forscher warnen: Taut der Boden weiter, könnten mehr Erreger frei werden – und womöglich Menschen gefährden.

Forscher haben 30.000 Jahre alte, bislang unbekannte Riesenviren aus dem Permafrostboden zum Leben erweckt. Pithovirus sibericum infiziere bestimmte Amöben, berichten die Wissenschaftler in den „Proceedings“ der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften. Mit dem Tauen des Permafrostbodens in Sibirien oder beim Bohren nach Öl in der Arktis könnten weitere Viren frei werden und möglicherweise Tiere und Menschen gefährden, warnen die Forscher.

Riesenviren sind etwa so groß wie Bakterien und sogar in einem Lichtmikroskop sichtbar. Bislang kannten die Forscher zwei sehr unterschiedliche Familien: die Megaviren und die Pandoraviren. Beide sind erst seit etwa zehn Jahren bekannt.

Ältestes Virus dieser Art

Das Team um Matthieu Legendre und Julia Bartoli von der Aix-Marseille Université (Marseille/Frankreich) spürte nun eine dritte Variante auf: das 1,5 Mikrometer (0,0015 Millimeter) lange Pithovirus. Dazu hatten die Wissenschaftler Proben des Permafrostbodens aufgetaut und dann im Labor mit Acanthamöben (Acanthamoeba castellanii) zusammen gebracht. Die Amöben dienten sozusagen als Köder, um den Viren eine Möglichkeit zu geben, sich wieder zu vermehren.

„Unseres Wissens ist dies das älteste, Eukaryoten-infizierende Virus, das bisher zum Leben erweckt wurde“, schreiben die Forscher. Die Pithoviren scheinen charakteristische Merkmale der beiden anderen bekannten Riesenvirus-Familien in sich zu vereinen. In ihrer amphoren-ähnlichen Struktur ähnelten sie den Pandoraviren, während ihr Gen-Gehalt und die Art der Replikation an Megaviren erinnerten.

Urzeit, Ewiges Eis, Sibirien, Permafrost, Forschung, Virus

Reuters
Das Riesenvirus „Pithovirus sibericum“ schlummerte bisher im ewigen Eis Sibiriens – das taut aber zunehmend
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Ein Kommentar

  1. LichtWerg

     /  15. März 2014

    Hat dies auf LichtWerg rebloggt.

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