Kupfer aus Sambia

Radikale Privatisierung, Umweltschäden und das Auf und Ab der Weltmarktpreise

von Jean-Christophe Servant

Peter und Irene sind 30 Jahre alt.1 Nach ihrem Studium an der University of Zambia in Lusaka fanden die beiden Diplomingenieure Arbeit bei den Konkola Copper Mines (KCM), dem landesweit größten Kupferproduzenten. Deshalb lebt das junge Paar seit 2006 in der kleinen Bergwerksstadt Chingola, im „Copperbelt“ von Sambia.

Das Land erwirtschaftet über die Hälfte seines Bruttoinlandsprodukts im Bergbau. KCM produziert allein 70 Prozent des sambischen Kupfers. Deshalb gehören Peter und Irene zu den Bestverdienern: Die Aktiengesellschaft zahlt den beiden Ingenieuren ein monatliches Nettogehalt von 5 Millionen Kwacha (700 Euro) und Mitarbeiteranteile, die sie in einem Jahr einlösen können. Das monatliche Durchschnittseinkommen der 400 000 Beschäftigten der Kupferbranche liegt bei 2 Millionen Kwacha (281 Euro), während 68 Prozent der 11 Millionen Sambier von weniger als 1,40 Euro am Tag leben.

Natürlich musste das junge Paar auch zu Opfern bereit sein. Als Irene, die für die Bevorratung der zur Kupferverarbeitung erforderlichen Chemikalien verantwortlich ist, vor zwei Jahren zu einer Fortbildung ins ferne Indien geschickt wurde, mussten Mann und Kind in Sambia bleiben. 2004 ist der britisch-indische Bergbaukonzern Vedanta bei KMC als größter Anteilseigner eingestiegen. Die Übernahme ist nur das jüngste Beispiel einer Privatisierungswelle, die Sambia seit Ende der 1990er-Jahre überrollt. Seitdem wurden 257 der 280 Staatsbetriebe privatisiert. Nahezu 100 000 Beschäftigte wurden entlassen, davon allein 40 000 beim Staatsunternehmen Zambia Consolidated Copper Mines (ZCCM), das nach und nach in lauter kleine Produktionsstätten zerlegt wurde. Mit der Förderstätte von Chingola hat Vedanta das größte Kuchenstück erworben.

Weiterlesen:  http://www.monde-diplomatique.de/pm/2009/05/08.mondeText.artikel,a0018.idx,18

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