Möhring: Brief an Gauck

Dietrich Möhring                                                                                                  Reinheim, 19. März 2012

Einschreiben mit Rückschein persönlich

–- Eilzustellung –- vorab auch als Fax

An den ‚Präsidenten der Bundesrepublik
Deutschland‘,
Herrn Joachim Gauck            persönlich
Spreeweg 1
10557 Berlin

Sehr geehrter lieber Herr Gauck!

Mir fehlt etwas, nämlich die Überzeugung ihnen aus vollem Herzen zu der Wahl zum Bundespräsidenten Glück und Erfolg wünschen zu können. Ich nehme mir die Freiheit, zu bezweifeln, daß ihre Wahl auf rechtlichen Grundlagen erfolgte und zwar aus einem ganz einfachen Grunde:
Mit dem Einigungsvertrag von 1990 wurde der Artikel 146 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland neu gefaßt. Er lautet jetzt, ich zitiere:

Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.

Bitte beachten sie, daß da steht, daß das Grundgesetz nach der Vollendung der Einheit Deutschlands … gilt. Es fehlt eine Formulierung, für wen es bis zur Vollendung der Einheit gilt, die Präambel ist nicht Teil des Grundgesetzes. Damit hat der Bundestag mit der Unterschrift von 19 Personen die in ‚hohen‘ Ämtern des Staates standen, das Grundgesetz außer Kraft gesetzt denn da die Ostgebiete Deutschlands nicht frei sind ergibt sich im Umkehrschluß, daß das Grundgesetz ungültig geworden ist bzw. ‚noch‘ nicht gilt.

Bitte erbringen sie den Nachweis, daß die Ostgebiete Deutschlands von der beschlußfähigen Mehrheit des deutschen Volkes rechtsgültig abgetreten wurden. Wenn sie das können beglückwünsche ich sie zu ihrem neuen hohen Amt. Im anderen Fall sehe ich mich veranlaßt zu verkünden, daß sie einem Irrtum erlegen sind.

Damit sie sehen, mit wem sie es zu tun haben, finden sie auf der Rückseite eine Kopie meines ‚Personalausweises‘. Ich erwarte ihre Antwort bis Ostern 2012. Sollte ich bis dahin keine Antwort erhalten haben, sehe ich mich veranlaßt, dieses Schreiben an die Öffentlichkeit zu bringen.

Ich grüße sie mit einem

Tschüß (= mit Gott)

Dietrich Möhring – der Vollständigkeit halber auch mit vollem Vornamen.

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2 Kommentare

  1. gm

     /  8. Juli 2012

    Hallo, ich nehme an, dass es auf diese Anfrage hin keine Antwort vom „Bundespräsent“ gab?
    Wenn doch, wäre eine Veröffentlichung für uns alle wahrscheinlich wegweisend.
    Beste Grüße
    gm

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  2. Dietrich Möhring

     /  9. Juli 2012

    gm, du hast recht. Es gab keine Antwort und auch Spiegel, ARD und ZDF haben auf die Bitte um Bekanntgabe keinen Mucks von sich gegeben. Das ‚Recht‘ seine Meinnung in Wort und Schrift und Bild frei zu sagen steht eben in einem Gesetz, das sich selbst als ungültig erklärt und ebenso die sogenante ‚Pressefreiheit‘ von der es heißt, das eine Zensur nicht stattfindet. Es ist hier wohl so, daß das ’nicht‘ von den Medien selbst unbeachtet bleibt.
    Was ich gerade eben erst sehe: Du schreibst ‚Bundespräsent‘ und meinst damit ja wohl, daß Gauck uns ‚geschenkt‘ wurde?!

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