Der Fall Kampusch in neuem Licht!

Danke Bernie, für diesen Hinweis!
Auftakt zur Serie
13. Februar 2012 12:29; Akt: 15.02.2012
Der Fall Kampusch, neu erzählt

von K. Leuthold/F. Burch/M. Gilliand – Natascha Kampuschs Schicksal erschütterte die Welt. Geheime Akten wecken jetzt einen schweren Verdacht: Der tragische Fall trug sich wohl anders zu als gedacht.

20 Minuten Online startet eine Serie, die den Fall Kampusch in ein neues Licht rückt. Durch Einblicke in geheime Dokumente und Recherchen in und um Wien wird in den folgenden Tagen der Fall erstmals kompakt und aufschlussreich erzählt. (Video: 20 Minuten Online) Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
VIDEO ANSEHEN: http://www.20min.ch/news/ausland/story/26475417

3096 Tage verbrachte Natascha Kampusch nach ihrer Darstellung in den Fängen ihres Entführers, Wolfgang Priklopil. Über acht Jahre lang soll das Mädchen in einem Verlies im Keller ihres Peinigers gelebt haben, bis ihm am 23. August 2006 die Flucht gelang. Sofort kümmerten sich Ärzte, Psychologen und Betreuer um die damals 18-jährige Frau. Die mächtige Wiener Anwaltskanzlei Lansky, Ganzger + Partner nahm sich ihr an, sie bekam sogar einen Medienkoordinator.

Bildstrecken Wer schrieb den Abschiedsbrief des Selbstmörders?Ein Grab «aus Menschlichkeit»In den Fängen des Kidnappers Infografik Die Kampusch-AffäreNatascha Kampuschs Kellerverlies

Rasch gab Natascha Kampusch ihr erstes Interview und erzählte der Weltöffentlichkeit ihre Geschichte. Das Publikum wurde nicht enttäuscht: Die Erwartungen, eine körperlich angeschlagene Frau anzutreffen, die nach jahrelanger Gefangenschaft das Licht der Fernsehstudios kaum ertrug, wurden erfüllt. Im Jahr 2010 folgte die Autobiografie «Natascha Kampusch – 3096 Tage», in welcher die Österreicherin ihre Jahre in Gefangenschaft ausführlich schildert. Wegen des Opfer- und Datenschutzes wurden ihre Aussagen jedoch kaum hinterfragt. Ihre Anwälte, die sich bereits zwei Tage nach ihrer Flucht um das Geschäft kümmerten, koordinierten die mediale Präsenz der jungen Frau. Anders war es allerdings mit den polizeilichen Einvernahmen: Der letzternannte Leiter der SOKO Kampusch durfte das Opfer kein einziges Mal befragen, obwohl er sich während mehr als zwei Jahren mit dem Fall befasste und über ein Jahr operative Ermittlungsarbeit leistete.

Akten erzählen mehrere Geschichten

Diverse Dokumente belegen aber, dass es in den wenigen Einvernahmen von Natascha Kampusch – sie wurde am Anfang sieben Mal polizeilich vernommen – mehrere Widersprüche gibt. Zudem werfen die Unterlagen ein dunkles Licht auf die österreichischen Ermittlungen. 20 Minuten Online hat Einsicht in diese bisher geheimen Akten, recherchierte über mehrere Wochen, verfolgte Spuren in und um Wien, besuchte die wichtigsten Schauplätze des Verbrechens und sprach mit zahlreichen Zeugen. Zudem wurden Interviews mit hohen österreichischen Politikern geführt, der ehemalige oberste Richter Österreichs kommt zu Wort sowie der Bruder des damaligen SOKO-Leiters.

Denn der Fall Kampusch hatte am 25. Juni 2010 eine weitere tragische Wende genommen, als Polizeioberst Franz Kröll, zuletzt Leiter der SOKO Kampusch, auf der Veranda seiner Wohnung mit einer alten Dienstwaffe erschossen aufgefunden wurde. Dies, nachdem er in E-Mails an Kollegen angedeutet hatte, in seinen Ermittlungen offiziell behindert zu werden. Der Tod Krölls veranlasste den früheren Präsidenten des Obersten Gerichtshofs in Wien, Johann Rzeszut, der Mitglied einer Evaluierungskommission des Innenressorts gewesen war, zu einer ungewöhnlichen Handlung. Als letzte Möglichkeit, den Fall noch einmal aufzurollen, wandte er sich mit einem längeren Schreiben an das österreichische Parlament. Rzeszut zeigte die vielen offenen Fragen auf und kritisierte die Arbeit gewisser Staatsanwälte massiv. Im Interview mit 20 Minuten Online erklärte er: «Das Ableben von Oberst Kröll war für mich ein derartig einschneidendes Ereignis, dass ich aus Gewissensgründen im Zusammenhang mit meinen Detailkenntnissen zum Fall Kampusch nicht stillhalten konnte.»

Warum jetzt?

Erst jetzt reagierten Abgeordnete und wurden aktiv. Der permanente Unterausschuss des Innenausschusses arbeitet derzeit im Geheimen am Fall. Die Politiker beschafften sich sämtliche Unterlagen und führten bereits Befragungen durch. Werner Amon, Leiter des Unterausschusses, erklärte am Donnerstag gegenüber österreichischen Medien: «Es gibt überraschende Erkenntnisse, die bleiben aber geheim. Das Ergebnis steht im April fest.»

Die Fülle des gesammelten Materials, das 20 Minuten Online vorliegt, lässt ein völlig neues Bild des Falls zu. Konkrete aktenkundige Anhaltspunkte werfen naheliegende, teils auch gewagte Fragen auf: Fühlte sich Kampusch wohler bei ihrem Entführer als zuhause? Warum nahmen die Behörden die Aussagen von Ischtar A.*, der einzigen unbeteiligten Augenzeugin der Entführung, nicht ernst – obwohl sie seit 14 Jahren darauf besteht, zwei Männer beobachtet zu haben? Was wusste der beste Freund des Entführers von der Gefangenschaft der Natascha Kampusch? Warum steht noch immer die Frage eines Pornorings im Raum? Und wieso mischt sich erst jetzt die Politik ein – nachdem der Fall bereits zweimal eingestellt wurde?

In einer umfassenden Serie wird 20 Minuten Online den Fall Kampusch erstmals kompakt und umfassend erzählen, so, wie die Geschichte bisher noch nie erzählt wurde – oder in Österreich nicht erzählt werden durfte.

*Namen der Redaktion bekannt

(Mitarbeit: Guido Grandt, Udo Schulze)

Lesen Sie am Dienstag Teil 1: «

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103 Kommentare!!!!

Weshalb Island in den Medien nicht mehr vorkommt :-)

Wenn es mal wa Gutes wünschesnwertes zu berichten gibt, schweigen die Medien.

Skandale, Morde – ja – da sind alle da – das alleine zeigt die geistige Haltung der Betreiber der Massenmedien. Die Journalisten sind nach wie vor zu feige zu einer anderen Gesinnung zu stehen und machen, was ihnen angeschafft wird. Welch ein Armutszeugnis für einen Berufsstand!

Danke Andreas, für den Hinweis!

Neues von der Finanzkriegsfront: Weshalb Island in den Nachrichten nicht mehr vorkommt

16. November 2011

island Neues von der Finanzkriegsfront: Weshalb Island in den Nachrichten nicht mehr vorkommt

von Deena Stryker

translated by sophyama

Die Radioreportage eines italienischen Senders über die auf leisen Sohlen voranschreitende Revolution in Island lässt aufhorchen und ist gleichzeitig ein herausragrendes Beispiel dafür, wie uns unsere Medien (US) nur unzureichend über die Vorgänge im Rest der Welt informieren.

Man erinnere sich, dass zu Beginn der Finanzkrise im Jahre 2008, Island ganz schnell zum Bankrottfall erklärt wurde. Die Gründe hierfür fanden nur beiläufige Erwähnung, und seitdem ist dieser kleine Staat wieder in Vergessenheit geraten.

Nachdem nun ein EU-Land nach dem anderen auf die Zahlungsunfähigkeit zusteuert, und damit seine Bonität riskiert, wodurch der Euro mit immer stärkeren Trudelbewegungen auch die Weltwirtschaft erschüttern lässt, wird klar, das die führenden Köpfe dieser chaotischen Lage kein Interesse daran haben, die Entwicklungem in Island als gutes Beispiel an die große Glocke zu hängen.

Innerhalb von nur fünf Jahren der Anwendung reiner neoliberaler Wirtschaftsprinzipien wurde aus Island ein vermeintlich reiches Land. (320 000 Einwohner, keine Armee). Im Jahre 2003 wurden alle isländischen Banken privatisiert und Aufgrund ihrer ‘low cost online banking services‘ konnten sie ihrem international schnell wachsenden Klientel gute Renditen versprechen. Die unter dem Namen Icesave bekannt gewordenen Finanzprodukte zogen viele englische und holländische Anleger an. Mit dem zügigen Anwachsen der Anlagen stiegen auch die internationalen Schulden des privatisierten Bankensektors. Im Jahre 2003 betrug die Schuldenlast von Island das doppelte seines jährlichen Bruttosozialproduktes. Bis zum Jahr 2007 war es dann auf das 9-fache (900%) gestiegen. Die Finanzkrise des Jahres 2008 brachte dann den Todesstoß. Die drei größten isländischen Banken Landbanki, Kaupthing und Glitnir wurden als insolvent erklärt und wieder verstaatlicht, während die isländische Krone 85% ihres Wertes gegenüber dem Euro verlor. Am Ende des Jahres erklärte Island seinen Staatsbankrott.

Trotz gegensätzlicher Erwartungen, führte die Krise dazu , daß die Isländer durch einen inzwischen etablierten Prozess direkter Demokratie fähig waren, ihre nationalen Rechte und ihre Unabhängigkeit wieder herzustellen, die zur Entwicklung einer neuen Verfassung führte.

Geir Haarde, der sozialdemokratische Premierminister, handelte einen Dollarkredit in Millionenhöhe aus, den die skandinavischen Länder nochmals verdoppelten (angeblich insgesamt 5 Millionen Dollar, was mir als Zahl aber viel zu gering erscheint, d. Übers)

Die ausländischen Geldgeber verlangten dagegen drakonische Maßnahmen für ihren Service. Der IWF und die Europäische Union wollten die Schulden ‘übernehmen’, da sie nur so die Rückzahlungen an die englischen und holländischen Anleger gewährleistet sahen, deren Regierungen die Rückzahlungen verbürgt hatten. Im Lichte anhaltender Proteste und Straßenschlachten trat die Koalitionsregierung Haarde dann zurück. Vorgezogene Neuwahlen wurden für April 2009 anberaumt, die zu einer linksorientierten Regierung führte, welche die neoliberale Wirtschaftsweise offiziell verurteilte, aber sich nichtsdestoweniger dazu bereit erklärte, dreieinhalb Millionen Euro unmittelbar zurückzuzahlen. (Auch wieder eine zu kleine Summe, damit spielt jede Provinzbank locker im Laufe einer Woche, siehe Andreas Popp….D. Übers.) Diese Rückzahlung sollte jeden Isländer dazu verdonnern, einen Obulus von 100 Euro monatlich für volle 15 Jahre bei 5.5% Zinsen an die ausländischen Geldgeber abzugeben, für einen finanziellen Schaden, der von Privatbankiers verursacht wurde. Das war dann der berühmte ‘Strohhalm, der dem ‘Rentier’ dann schlussendlich ‘den Rücken brach’ oder auf deutsch, ‘das Fass zum überlaufen brachte’!

Was darauf frolgte war unglaublich. Die Annahme, dass private Haushalte für die Verluste der Finanzmonopole aufzukomnmen hatten, so daß eine ganze Nation über drastische Steuererhöhungen die Privatschulden einiger Weniger abtragen sollte, erzeugte genug Zündstoff, diese Illusion der Finanzjongleure zu zerstören. Es begann ein Prozess während dem die Beziehung zwischen den Einzelpersonen und den Funktionsträgern des öffentlichen Lebens überdacht wurden, and an dessen Ende die politischen Führungsfiguren ganz bewusst auf die Seite ihres Wahlvolkes einschwenkten.

Das Staatsoberhaupt Olafur Ragnar Grimsson verweigerte sich, das Gesetz zu ratifizieren, das die isländische Bevölkerung zur Kasse gebeten hätte, und gab den Rufen für ein Referendum nach.

Natürlich war daraufhin das Geschrei in der internationalen Gemeinschaft groß, während England und Holland Vergeltungsmaßnahmen androhten, die zur Isolation des Landes führen würden.

Während die Isländer ubeeindruckt ihre Stimme im Referendum abgaben, drohten die ausländischen Banker jede Geldzuwendung durch den IWF zu stoppen. Das britische Außenamt drohte, alle englischen Bankkonten, die von isländischen Sparern gehalten wurden, einzufrieren. Grimsson sagte, er habe die Drohung erhalten, ”wenn Island nicht den Forderungen entspräche, würde es zum Kuba des Nordens gemacht werden. Wenn wir diese Bedíngungen aber akzeptiert hätten, wären wir schnell zum Haiti des Nordens geworden”.

Im Verlaufe des Referendums stimmten dann im April 2010 93% der Isländer gegen die Zurückzahlung der Schulden aus Privathaushalten ab. Der IWF fror daraufhin unmittelbar alle finanziellen Hilfen ein. Aber diese  – in den Medien der Vereinigten Staaten nicht berichtete – Entwicklung, war nicht mehr in der Lage, auf diese revolutionäre Bewegung Druck auszuüben. Mit Unterstützung der empörten Bevölkerung brachte die Regierung eine Untersuchung der kriminellen Machenschaften und Praktiken der verantwortlichen Bankmanager zuwege. (Achtung Herr A…mann, erinnern Sie sich noch an die Abwicklung der 9/11 Geldgeschäfte ihrer DB??!! Cui bono?, d. Übers.)

Interpol fahndete von nun an nach dem vormaligen Präsidenten von Kaupthing, Sigurdur Einarsson, während auch die anderen implizierten Banker fluchtartig das Land verliessen.

Die Isländer liessen es damit aber nicht auf sich beruhen. Sie machten sich nun daran, eine neue Verfassung auszuarbeiten, die es dem Land ermöglichte, sich von der übermächtigen Macht der internationalen Finanzbranche mit ihrem Kunstgeld abzunabeln. (Ihre bis dato gültige Konstitution stammte von 1918, und war übernommen vom dänischen Königreich, mit nur einem kleinen Unterschied, in dem das Wort ‘König’ immer durch das Wort ‘Präsident’ ersetzt wurde).

Für das Projekt der ‘Neue Verfassung’ worden 25 Menschen aus einer Gruppe von 522 ausgewählt, die in keiner Weise mit irgendeiner politsichen Partei oder sonst irgendeiner Interessengruppe verbandelt waren, die aber aufgrund der Unterstützung von 30 weiteren Isländern in die engere Auswahl gekommen sind. Das garantierte, das die Architektur des daraus resultiereden Dokumentes nicht auf das Werk einer Handvoll von Politikern zurückging. Das Internet wurde zum wichtigen Werkzeug der Entwicklung der neuen Verfassung. . Die öffentlichen Treffen der Mitglieder des Konstitutionsrates wurden über das Internet einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Landsleute konnten so mögliche konstruktive Kommentare per Mausklick mit einbringen, und so dem Wachstum einer vom Volk selber gemachten Konstitution aktiv beiwohnen. Der Pozess ist immer noch in Gange und wird am Schluß des Projektes dem Parlament nach der kommenden Wahl zur Abstimmung vorgelegt.

Mancher geschichtsbeflissene Leser mag sich, angesichts der jetzigen Lage, an Jared Diamonds gleichnamiges Buch erinnert fühlen, daß den Zusammenbruch der agrarischen isländischen Gesellschaft im 9.Jahrhundert beschreibt.

Heute erholt sich das Land vom finanziellen Bankrott in einer Weise, die gemeinhin nicht als die typische Genesungsgschichte verstanden wird, wie aus den Bemerkungen von Chrsitine Lagarde, der Chefin des IWF zu Fareed Zakaria deutlich wurde.

Sie machte es den Menschen in Griechenland zur unverhandelbaren Bedingung, ihren öffentlichen Sektor weitgehend dem Privatsektor zu überantworten. Das Gleiche steht wohl auch den Menschen in Italien, Spanien und Portugal ins europäische Haus.

Sie wären gut beraten sich Islands Beispiel zu Herzen zu nehmen, und nicht unter dem Druck der ausländischen Interessen zu buckeln. Dieses kleine Land hat es geschafft deutlich zu machen, daß seine Landsleute Souverän sind. (Ach ja, Deutschland hat ja auch ein kleines Problem damit…, d. Übers)

Darin liegt wohl der Grund, warum Island nicht mehr in den Nachrichten auftaucht.

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Danke Martin, für diesen Hinweis!

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Bürger in Psychiatrie gesteckt – Rechtsmittel verweigert!

lesen sie bitte den gesamten Verlauf dieser Geschichter unter:

https://wissenschaft3000.wordpress.com/2012/02/20/willkur-der-justiz-oder-was-nur-ein-amtsarztliches-zeugnis-wird-fur-verhinderung-anerkannt/

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